Das Lächeln der Katze

Für Bernard, der mein Medium gewesen ist

 

KATER. Ich betrachte dich. Du betrachtest mich. Wer betrachtet den anderen? Wer durchschaut den anderen? Ich weiß wohl, dass du es bist. Der sieht. Der weiß. Der weiter sieht, höher hinaus. Du siehst in mich hinein und durch mich hindurch. Aber du kannst mir nicht sagen, was du siehst. Und ich kann es nicht erraten. Außer, wenn du es willst. Ich möchte, dass du es mir sagst, dass du mich erleuchtest, dass du mir deine Weisheit, dein Wissen mitteilst. Aber dein Geheimnis bleibt unberührt, deine Magie unangetastet. Ich weiß, dass du weißt. Also dann, hilf mir. Du bist das Medium. An mir ist es, zu versuchen, dich zu erraten, zu sehen zu suchen, was du mir zu sagen suchst. An mir ist es, dein Denken, deine Schau zu durchdringen zu suchen. Mich darauf hin zu entwerfen. Du schaust und teilst mir deine Schau mit, die die meine wird. Das absolute Medium. Dein Blick wird mein Blick. Das Auge, das mich betrachtet, wird zu meinem: genau zu einem Augen-Blick der Katze. Du besitzt die innere Schau. Die Weisheit, die wirken kann. Du besitzt das innere Lächeln. Die Bereitschaft, die dir den Himmel öffnet. Die Lauterkeit der Schau. Du bist das dritte Auge. Du hast mein Leben begleitet. Du bist die Seele des Hauses gewesen, geradezu die Essenz meiner Freuden, meiner Wünsche, meiner Bestrebungen. Du bist die vollkommene Sittsamkeit gewesen. Du hast auch meine Photos &endash; mein eigenes drittes Auge &endash; begleitet, von der heftigen Sinnlichkeit zur reinsten Härte.

Claude Alexandre