Editorische Vorbemerkung

Ab dieser Nummer wird das „Lesbische Auge" regelmäßig einmal im Jahr erscheinen. Wir möchten es damit zu einem der wichtigsten lesbischen Periodika machen, die sich mit Erotik, Sex und Liebe befassen. Das Lesbische Auge wird kleinen Veränderungen genauer nachspüren oder sie voraussehen können.

Was verändert sich in der lesbischen Erotik, beim lesbischen Sex, beim Lieben, Begehren und im Leben? Was bleibt gleich, was tut sich in der Gesellschaft, was möchten Lesben erzählen? Was erregt und was brennt unter den Nägeln?

Drag Kings, über die zurzeit viel gesprochen wird, gab es nachweislich bereits im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert , und wahrscheinlich noch viel früher , wie auch an einigen Lithografien in diesem Buch zu erahnen ist. Der Wunsch danach, geliebt zu werden, Verlangen, aber auch Herzschmerz und Eifersucht, die negativen Seiten der Liebe, sterben trotz polyamouröser Bemühungen ganz offensichtlich ebenfalls nicht aus.

Neben Texten unterschiedlicher Genres dokumentieren wir lesbische Kunst und Fotografie und stellen Künstlerinnen vor.

Liebhaberinnen von Poesie werden genauso Texte und Bilder finden wie die mit Lust auf heftige Sexszenen. Bekennende Fans von Trivialem können auf ihre Kosten kommen, aber ebenso gibt es etwas zum Nach- und Weiterdenken und einiges für die Schaulust ... für manche vielleicht auch das eine oder andere zum schnellen Weiterblättern. Sie alle können das Buch wie einen Roman von vorne bis hinten lesen: ein Roman mit Brüchen und Fallen und einem offenen Ende. Oder mittendrin anfangen und sich Ihre eigenen Romane bauen. Weiter geht es im nächsten Jahr!

Die Redaktion