Gerda Edelweiss Grossmann
* 1953 in Linz. Studium der Sozialpädagogik in Wien und Berlin, Filmausbildung an der Deutschen Film- und Fernsehakademie, Berlin, zahlreiche Kurz- und Dokumentarfilme, Filmton und -montage, Rauminstallationen. Prosa- und Drehbuchautorin, Dozentin an der Schule für Gestaltung, Zürich. Erinnerungshunde, 1995 Edition Schloß Solitude. Lebt und arbeitet in Berlin und Salzburg.
Donauweibchen
Prosa, frz. Broschur, mit Abbildungen, Eur 12,90, ISBN
3-88769-111-3
Die weiblichen Hauptfiguren der Erzählungen sind verstrickt in
unheimliche Situationen. Die Idyllen romantischen Landlebens sind
durchsetzt von Gewalt und verbotenen Lüsten. Ob in der Familie,
ob mit dem Nachbarsjungen, ob in der Natur. Überhaupt, die
Natur. Die Ambivalenz von Natur, von Pflanzen, Landschaften ist
hinreißend beschrieben. Die Frauen und Mädchen verharren
nicht in ihrer ausgelieferten Position, sie schaffen es meist, die
Beklemmung aufzulösen: manchmal in Lust, manchmal in befreiende
Gegengewalt. Auch umgekehrt, wie in der Geschichte Schwarzer
Flieder, wenn sie in einer auf den ersten Blick wirklich
harmonischen Welt leben, gibt es einen Sog, der sie unausweichlich
herauslockt, weg von der eingespielten netten Sexualität, weg
von jeder Aufgehobenheit in eine erotische Anziehung des Unbekannten,
Unheimlichen
Den Aufbruch aus den Idyllen, diese und
andere Situationen an der Grenze versteht Gerda Grossmann meisterhaft
zu schildern. Die Texte gehen wortwörtlich unter die
Haut.
Aus dem Inhalt: Die Eisprinzessin -Schwarzer Flieder - Donauweibchen -Lavendelspur - Meerstern - Haus am See - Eine Reise u.a.
Man merkt, daß sie vom Film kommt: Gerda Edelweiß Grossmann besitzt einen ausgeprägten Sinn für Effekte und Rhythmus und setzt so auf harte Bildschnitte, überraschende Wendungen und variierendes Erzähltempo. Grossmanns Texte überzeugen in dem Versuch, das Spezifische der Situationen in Sprache zu übersetzen. Durch eine montageähnliche Verschränkung verschiedener Ausdrucksebenen erhöht sich das groteske Moment, das all diesen Konfrontationen zugrunde liegt. So entstehen atmosphärisch dichte, in sich geschlossene Prosaminiaturen. (Süddeutsche Zeitung zu Erinnerungshunde, erschienen bei Edition Solitude)
die körperliche, erotische Komponente wird nicht ohne das Gewicht bedeutsamer biographischer oder gesellschaftlicher Themen angeboten. (Schwäbisches Tagblatt zu Donauweibchen)
Kunstreich vorgetäuschte Tristesse und die rabiate Eloquenz der Erzählerin artikulieren ein reines Lesevergnügen. (Süddeutsche Zeitung zu Donauweibchen)
Es gibt einen Sog, der die Protagonistinnen unausweichlich herauslockt, weg von der eingespielten netten Sexualität, weg von jeder Aufgehobenheit in eine erotische Anziehung des Unbekannten, Unheimlichen. Die Texte gehen unter die Haut. (City Magazin Tü/Rt)
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