Evgenij Kozlov

 

DAS LENINGRADER ALBUM
gebunden, ca. 150 farbige Zeichnungen und Texte zu den Bildern  (eine Auswahl aus mehr als 500 Blättern), Format 24 x 17 cm, Hardcover. Text in Deutsch, Englisch und Russisch. 19,90. Nur noch wenige Exemplare vorhanden.
Vor Kurzen wurden Originalzeichnungen aus dem Buch vom Kurator der 55. Biennale di Venezia für die Ausstellung "Il Palazzo Enciclopedico" ausgewählt.



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 In Leningrad Ende der 60er Jahre träumt ein mit künstlerischen Empfinden begabter Junge, dass die Mädchen von den Jungs träumen. Seine Phantasien sind von einer Zartheit und gleichzeitig Direktheit, die staunen machen.

Die BetrachterInnen werden Rosa, Svetlana, Mila, Olga, Elena, Tatjana und viele andere kluge, schüchterne und draufgängerische Frauen kennen lernen und nicht mehr missen wollen.

Evgenij Kozlov ist aufgewachsen in einer „Komunalka", das sind die riesigen großbürgerlichen Wohnungen der russischen Metropolen, die zur Sowjetzeit in eine Art Wohnheim umgewandelt wurden: pro Zimmer eine Familie, die sich Bad, Toilette und Telefon teilten. Überall ist etwas los: Warteschlangen vor dem Badezimmer, Zank in der Küche. Sex ist natürlich kein Thema, man ergeht sich höchstens in Andeutungen, von denen man annimmt, dass sie für Jugendliche nicht dechiffrierbar sind. Es ist eine Frauenwelt, die Welt der Schule und der Ferien, alle Erwachsenen, alle, die etwas zu sagen haben, sind Frauen. Die Zeichnungen entstanden in den Jahren 1967 bis 1973, in den letzten Jahren und kurz nach der Schulzeit. Evgenij Kozlov hat sie nachts im Schein der Küchenlampe gemalt, immer auf der Hut vor dem plötzlichen Eintreten der Eltern. Dass er malte, war eine akzeptierte Tatsache, er durfte eine Spezialschule für Kunst besuchen. Aber die Zeichnungen waren natürlich ungeheuerlich in einer puritanischen Welt...

In der Heimlichkeit des Entstehens, in der Verwendung einfachster Mittel, in den Spuren der Zeit an Papier und Farbe liegt ein Zauber dieser Zeichnungen, auch in den liebevoll gestalteten Details - der Interieurs mit ihrer typischen 1960er, 70er Jahre Möblierung, mit den kunstvoll drapierten Kleidungsstücken, dem stilvollen Tonbandgerät, das - was sonst - die Beatles abspielt.

Wir sehen, wie sich die Zeichnungen im Laufe der Jahre verändern, irgendwann taucht eine männliche Figur auf, Texte werden ergänzt, surreale Elemente kommen hinzu.

Wer schon immer wissen wollte, wovon ein Heranwachsender in der Sowjetunion - (und nicht nur dort) - immer träumte, wird dieses Albummit wachsender Begeisterung durchblättern.






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