Mein lesbisches Auge 2

Leseprobe aus der Interviewserie: Was ist gut im Bett?

Debbie:
Mit 17, 18 dachte ich immer, daß es nur besser werden kann, wenn ich älter werde, viel besser und daß ich irgendwann ganz toll sein würde.
Und? Wurdest du ganz toll?
Alleine toll im Bett zu sein, finde ich schwierig d.h. es kommt schon sehr darauf an, mit wem ich im Bett bin. Wenn ich das nicht so gut finde, bin ich, glaub ich zumindest, auch nicht toll. Sonst schon.
Ich habe keine genaue Vorstellung davon, was mit “Techniken” gemeint ist. Für mich sind das vielleicht Eigenschaften, die ich schätze. Also, wenn ich das Gefühl habe, da geht was – Knutschen ist die beste Voraussetzung. Britta aus Bochum hat z.B. ihre Zunge zu schnell bewegt, so daß ich die ganze Zeit Kämpfe ausfechten mußte, wer sich durchsetzt sozusagen. Insofern war eigentlich von Anfang an klar, daß daraus nichts werden kann. Um beim Küssen zu bleiben: was ich da aber auch nicht mag, ist das permanente unheimlich zärtliche Küssen, also nie tief und die Zunge nur sehr oberflächlich. Wenn das Küssen gut ist, dann ist das eine Ebene, die erfolgversprechend ist.
Das Sprechen darüber, beim Sex, ist wichtig. Diese Schweigerinnen im Bett – “find doch raus, was ich mag, du mußt das spüren” – finde ich nicht gut.
Und eine Grundvoraussetzung für “gut im Bett” ist Humor. Humor und fragen fragen fragen.
“Jetzt bist du dran!”, so gerecht verteilt – das finde ich auch manchmal anstrengend. Manchmal will ich gar nicht dran sein. Oder nicht “dann auch noch dran sein”, weil das jetzt eben so sein muß.
Wo du gerade “anstrengend” sagst. Ich finde, Sex ist – auch – anstrengend , und ich finde, darüber wird nie gesprochen. Das ist sozusagen ein Tabu.

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