Leseprobe aus Ein Platz für Frauen
Paris ist eine Stadt für Frauen. Jede Frau wird hier wie eine Königin behandelt und fühlt
sich durch all die Liebenswürdigkeiten, die ihr entgegen gebracht werden, geschätzt,
verwöhnt, wie auf Händen getragen. Und vor allem schön. Auch am häßlichsten
Entlein entdecken die Franzosen noch das eine, und sei es noch so kleine reizvolle Detail. Treffsicher
loben sie es. Und das häßliche Entlein, das vielleicht eine unschöne Figur, aber ein
hinreißendes Lächeln hat, kann trotz der dicken Beine durch Paris segeln wie ein schöner
Schwan. Pariserinnen haben übrigens einen ganz besonderen Gang. Sie knallen energisch die Hacken
auf und setzen die Füße in den Klack-Klack-Schuhen rechts und links nach außen. Die
Knie sind durchgedrückt, der Schritt schnell, die Haltung gerade. Keine Ausländerin kriegt das
hin, und wenn sie noch so lange in Paris lebt.
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Paris ist eine Stadt der so viel versprechenden Erotik, der Passion, der Leidenschaft, die Betonung
liegt auf dem Leiden, Paris die Stadt der Liebe, ist genauso sehr eine Stadt des Liebeskummers. Eine
Stadt der Sehnsucht. Eine Stadt für einsame, für Träumer, die gar nicht wirklich die
Erfüllung der Sehnsüchte suchen, vielleicht sogar aus Angst vor dem sogenannten Glück.
Ein idealer Lebensraum für alleinstehende Frauen mit Phantasie.
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