Claudia Wessel,

studierte Amerikanistik und Medienwissenschaften in Gießen, Marburg und den USA. Seit 1988 in München, drei Kinder, seit 1996 Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung.

 

 

 

Bücher

 

Mein fremder Körper

Erzählungen. 224 Seiten, Klappenbroschur, Fadenheftung, Format 19 x 12,5 cm, Preis: 9,90 Euro, 18,10 SFr, März 2007, ISBN 978 3-88769-356-5

 

„Bin ich schön? Bin ich anziehend?“, diese Fragen treiben die Protagonistinnen und Protagonisten in den mal humorvollen, mal rührenden, mal erotischen und manchmal tragischen Erzählungen Claudia Wessels. Der eigene Köper als Projektionsfläche der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Des Wahrgenommen-, Gesehenwerdens. Anerkennung und Macht werden an der Attraktivität des Körpers gemessen, was zählt die „Seele“ dahinter? Ist ihr Kampf ums kleine Glück zum Scheitern am (eingebildeten) Makel des eigenen Körpers verurteilt?

 

Katja ist im Rausch. Sie hat geerbt und mit ihrer davon finanzierten Schönheitsoperation beginnt für sie ein neues Leben. Bis zu dem Tag, an dem die Vergangenheit sie einholt. Verlagsleiter Christian gönnt sich nach langen Arbeitstagen hin und wieder einen alkoholseligen Zug um die Häuser. Eines Morgens gibt es ein böses Erwachen. Brunhilde hat endlich eine Verabredung. Doch dann spielt ihr Körper verrückt. Anton trifft im Evergreen auf die tanzfreudige Britta und hofft auf mehr. Eine Mutter muss mit anhören, was ihr Sohn und ihre Schwiegertochter über sie denken. Rosalie jobbt bei der Happy Contact Flirtline. Doch ihr Körper scheint sich gegen diese Arbeit zu wehren.

 

Zu dritt

Erzählungen. Reihe Liebesleben, 256 Seiten, französisch Broschur, Format 19 x 11,5 cm, 7,90,- Euro, September 2004, 2.Auflage 2005, ISBN 3-88769-703-0

 

Jede der acht Erzählungen aus dem großstädtischen Milieu moderner Singles und Paare liest sich wie ein erotischer Krimi. Mordlust und Begehren, erotische Höhenflüge und jähe Abstürze kennzeichnen das Gefühlsleben der ProtagonistInnen.

Fern romantisierender Vorstellungen von Liebe und Leidenschaft geht es in diesen Geschichten um die Fallen der Liebe und um die dunklen Seiten der angeblich zur Sachlichkeit befreiten Sexualität, deren Sprengkraft trotz des allgegenwärtigen
„anything goes“ nichts an Wirkungsmacht verloren hat. Erotische Verstrickungen und sexuelle Experimente in den verschiedensten Konstellationen finden ein häufig überraschendes Ende. Die verlassene Ehefrau, der sadistische Handelsvertreter, der ein Doppelleben führt, der einsame Tangotänzer auf der Suche sind nur einige der Figuren, deren Leben durch plötzliche Brüche und ungeahnte Wendungen aus dem Gleichgewicht gerät. Spannend und dramatisch, aber auch mit einem Augenzwinkern, erzählt die Autorin von Wünschen und Wechselbädern der Gefühle, Hass und Hochgefühl, Ernüchterung und Einsamkeit. In einem klaren, häufig lapidaren Stil, durchsetzt mit anschaulichen Schilderungen von Tagträumen und Fantasien, gelingt ihr eine außergewöhnlich lebendige Darstellung, die einen Blick unter die Oberfläche gewährt. So, wie die Sehnsüchte der Hauptfiguren deren Alltag durchbrechen, unterläuft Wessel die Erwartungen des Lesers, und auf einmal ist nichts mehr vorhersehbar...

 

Pressestimmen

„Denkbar weit entfernt sind Wessels Texte, ihre Charaktere und deren Gedanken, Gespräche und Taten auch von perlend-frivolem Amusement etwa irgendeines „Sex and the City“-Aufgusses, angepasst an die Münchner Verhältnisse (oder jene anderer deutscher Metropolen): Kaum geht es hier um spätmodernes Beziehungsmanagement oder bloßes Bäumchen-Wechsel-Dich zwischen Redaktionsfluren und Agentur-Etagen, entschieden größer scheint ihr Interesse am Banalen der Katastrophe, am Scheitern des Zwischenmenschlichen. […] „Deftig“, „saftig“ nennt vermutlich der anständige Literaturbetrieb die Sprache Wessels […] Voyeure indes werden kaum finden, was sie suchen mögen: Wenn hier die Rede ist von gespreizten Frauenbeinen und anregend mit Riemchensandalen beschuhten Fußgelenken, dann als bloße verschwiemelte Vorstellung männlicher Protagonisten. Entsprechend verfassten männlichen Lesern indes dürfte bei meistens weiblicher Erzählperspektive so manche Passage wohl vor allem vor Augen rufen, was ihm alles verborgen bleiben muss an als mysteriösund bedrohlich Ausgeblendetem, wie wenig die verklärende Betrachtung ihm tatsächlich offenbart vom Objekt der Begierde.“ (taz, 12. Sept. 2005)

 

„…SZ-Autorin Claudia Wessel liest aus ihrem neuen Buch derart erotische Geschichten, dass die Veranstalter einige Szenen entschärfen mussten.“ (Süddeutsche Zeitung, 2.-8. September 2004)

 

„Dramatische Konstellationen, bei deren Schilderung aber auch ein (schadenfrohes) Augenzwinkern nicht fehlt.“ (Süddeutsche Zeitung)

 

„Die Stories und Charaktere sind lebensnah, die Sexualität wird oft drastisch thematisiert, wird aber dennoch nicht aufdringlich, wie in vielen Büchern, mit ähnlicher Intention, sondern ist notwendiger Teil der Handlung. [...]

Die Spanne der erotischen Situationen, in deren Mittelpunkt meist Frauen stehen, die - wie in der klassischen Short Story üblich - ein einschneidendes Erlebnis haben, reicht dabei von SM-Szenarios über Dreierkonstellationen bis zum lustvollen Exhibitionismus. Für prüde Leute vielleicht ungeeignet, ansonsten äußerst empfehlenswert.“ (lesezeichen.de)

Affäre

Roman. Reihe Liebesleben, 208 Seiten, französisch Broschur, Format 19 x 11,5 cm, 7,90,- Euro, September 2005, ISBN 3-88769-713-8

 

Eine Frau hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Es geht um Sex. Sie treffen sich in den Hotels ihrer Stadt, in Nobelhotels, in Absteigen, fast in jedem Stadtviertel waren sie schon. Wenn die Frau durch die Stadt läuft, weiß sie, hinter welchen Fassaden etwas von ihrem Körper geblieben ist. Irgendwann sitzt sie mit ihm in seinem Auto und spürt die andere Frau. Kurz darauf stellt sie fest, dass sie sich verliebt hat…

 

Pressestimmen:

„Die eigenwillige, an Verfremdungseffekten reiche Sprache erinnert an die feministische Prosa von Elfriede Jelinek, etwa in Lust. Sie strebt nicht die sexuelle Erregung der Leser an, sondern eher eine kritische Analyse.“ (Lexikon der erotischen Literatur Nov. 2006)

 

„Wessel [konzentriert sich] auf die Begegnungen. Die knappe, aber bildstarke Sprache lässt kaum Außenwelt durchdringen, zieht unmittelbar ins Geschehen.“

(Feigenblatt Winter 2006)