Leseprobe

 

Der erste Akt des Stückes „Mammalia in Babel“ aus dem Buch „Mein kleiner Zeh war ein Wort“ von Yoko Tawada

12 Stücke, 320 S., Fadenheftung, Klappenbroschur, viele Bildelemente

© konkursbuch Verlag Claudia Gehrke

 

Der erste Akt

nach einer großen Flut

 

 

HUND: Ich habe das Gefühl, dass es neben mir ein Loch gibt.

KATZE: Ein Loch? Neben dir?

HUND: Schau. Hier ist ein Loch, genau so groß wie ein Mensch.

KATZE: Ich sehe da kein Loch.

HUND: Viele Tiere sagen, dass es ihnen ohne den Homo sapiens besser geht. Es kann sein, dass die Menschen Krebszellen unserer Erde waren. Dennoch möchte ich nicht verleugnen, dass ich sie vermisse.

KATZE: Die Diktatur der Zweibeinigen ist endlich vorbei. Und du? Willst du die Vergangenheit schönen? Wo bleibt die tierische Ethik?

HUND: Auch die Ethik war die Erfindung der Menschen, also die der Diktatur. Die Ethik kann nicht die Gefühle der Säugetiere steuern.

KATZE: Erklär mir doch konkret, wie es ist, wenn man jemanden vermisst!

HUND: Mein Brustbein schmerzt. Meine Hüften fühlen sich schwer an. Mein Magen ist taub und appetitlos geworden.

KATZE: Die Menschen sind gegangen, aber zum Glück haben sie uns eine Erbschaft hinterlassen.

HUND: Eine Erbschaft?

KATZE: Schau! So viele Dosen für Feinschmecker. Das Zeitalter der Menschen ist vorbei, und die Dosen bleiben, um eine Zukunft ohne Verdorbenheit sicherzustellen.

EICHHÖRNCHEN: Aber Katzen können keine Dosen öffnen, oder? Sie waren abhängig von den Menschen und können gar nichts. Das denkt man nicht von ihnen, weil sie immer so stolz sind. Weißt du überhaupt, wie man eine Dose öffnet?

KATZE: Ich war nicht abhängig von den Menschen. Sie wollten, dass ich Haustier spiele, und ich habe mich darauf eingelassen.

EICHHÖRNCHEN: Wenn du immer dieselbe Rolle spielst, bekommst du irgendwann keine andere Rolle mehr.

KATZE: Entweder lebst du wie die Stadtratten in der Kanalisation oder du wirst geliebt wie die Pandabären, die bald aussterben. Die Säugetiere hatten keine große Wahl, wenn sie überleben wollten.

HUND: Ich wollte arbeiten. Es war nicht meine Absicht, von dem Menschen, der mein Mitbewohner war, ernährt zu werden. Aber die Menschen wollten mir nie eine Arbeit abgeben. Verwaltung, Untersuchung, Entscheidung, Handel, Buchhaltung, Erziehung, Heilung: Sie glaubten, dass nur sie dazu fähig sind. Dabei gab es Aufgaben, die ich gut hätte übernehmen können. Zum Beispiel die Erziehung der kleinen Kinder. Oder die Therapie der Depressiven. Die einzige Aufgabe, die ich gekriegt habe, war, als Haustier geliebt zu werden.

EICHHÖRNCHEN: Ein Haustier kann nicht einmal eine Dose öffnen.

KATZE: Ich habe früher die Eichhörnchen verachtet. Das armselige Geschöpf, das im Stadtpark herumhüpfte. Jetzt bereue ich meine Arroganz. Wir sind alle gleichwertig. Wollen wir nicht einen gleichberechtigten Friedensvertrag schließen? Öffnest du mir eine Dose, verzichte ich einen Tag auf den Mittagsschlaf unter deinem Walnussbaum. Also eine Art Waffenstillstand. Bist du damit einverstanden?

EICHHÖRNCHEN: Waffenstillstand? Ich wusste nicht, dass wir einen Krieg führen. Außerdem kannst du in deiner Pfote keinen Stift halten. Wie willst du einen Vertrag unterzeichnen?

KATZE: Wie wäre es, wenn ich eine Vorauszahlung leiste? Ist es dann besser? Bitte öffne mir eine Dose!

EICHHÖRNCHEN: Geldscheine sind sinnlos wie welke Blätter.

KATZE: Ich bitte dich, diese Dose zu öffnen. Du bekommst dafür Applaus von mir.

EICHHÖRNCHEN: Applaus? Das ist ein verführerisches Angebot. Öffnet eine Dose. Gelungen! Aber mir ist ein Zahn abgebrochen.

KATZE: Ach, bei den Nagetieren wächst jeder Zahn nach. Falls du Schmerzen hast, bringe ich dir Schmerztabletten.

EICHHÖRNCHEN: Typisch Mensch! Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mich von Schmerzen zu befreien.

KATZE: Es kann sein, dass die Menschen ihre Schmerzen in der Dose konserviert haben. Sie haben alles Mögliche eingedost: Tomaten, Mandarinen, Ananas, saure Gurken, tote Ochsen, rote Bohnen, Walfisch, Ginkgofrüchte, Seidenraupen. Am liebsten wollten sie das ganze Universum eindosen und für immer aufbewahren.

EICHHÖRNCHEN: Das Universum in der Dose? Sie hätten lieber ihr Gehirn eindosen sollen, damit es nie verfault.

KATZE: Das menschliche Hirn war zu neunundneunzig Prozent

identisch mit dem eines Affen.

HUND: war aus lauter Melancholie weggetreten und erwacht aus diesem Zustand. Affe? Wo? Ich kann ihn nicht ausstehen!

KATZE: Keine Panik! Die Affen sind ausgestorben.

FUCHS: Weil ihr Fleisch nicht schmeckt. Das Eichhörnchenfleisch hingegen schmeckt gar nicht so übel. Noch besser schmeckt ein Hase.

HASE: Guten Tag. Mein Name ist Meister Hase, ich weiß alles. Fragen Sie mich, wenn Sie etwas nicht wissen. Ob ich eine ansteckende Krankheit in mir trage? Ja. Wer mich frisst, wird sofort angesteckt.

KATZE: Dann werde ich auf Hasenbraten verzichten und Eichhörnchen-Spieße bestellen.

FUCHS: Hasenfleisch mit Käse überbacken schmeckt gut. Pasta mit Eichhörnchen ist auch nicht schlecht.

HASE: Ich habe gehört, dass ihr alle Vegetarier geworden seid. Stimmt das nicht?

FUCHS: Ist es auch Vegetarismus, wenn man Papier isst? Mein Haus wurde abgerissen, weil schon wieder ein neuer Flughafen gebaut wurde. Ich wollte nicht weg und weil ich nichts mehr zu essen hatte, aß ich die Bordkarten, die die Fluggäste weggeworfen hatten.

HUND: Ihr redet nur über das Essen. Ich vermisse die Menschen, aber nicht weil sie mir Essen zubereitet haben. Auch nicht weil sie mich gewaschen, gekämmt und mein Klo geputzt haben. Mit einem Wort: Ich habe die Menschen nicht als Diener geliebt.

KATZE: Hunde sind schon immer pervers gewesen. Sie gingen nie aus ohne die Begleitung des Homo sapiens. Weder spazieren noch zu einem Restaurant.

HUND: Sag mal, hast du es nie als angenehm empfunden, von Menschen gestreichelt zu werden?

KATZE: Doch. Aber ich kam nie auf die Idee, Menschen zu streicheln.

EICHHÖRNCHEN: Ich finde es pervers genug, sich von Menschen streicheln zu lassen.

HASE: Manchmal war es doch schön, gestreichelt zu werden. Die Menschen konnten etwas in die Luft setzen, was sie „Eros“ nannten. Streichelten sie einen Kohlkopf, wuchs er schneller. Küssten sie eine Rosenknospe, blühte die Rose einen Tag früher als geplant.

EICHHÖRNCHEN: Ist das eine Manipulation? Die sogenannte Genmanipulation?

HASE: Nein. Das ist eine Liebesbeziehung zwischen der Natur und den Menschen. Das Beste bei den Menschen war aber, dass sie uns Hasen als Gottheit des Frühlings verehrt haben.

EICHHÖRNCHEN: Wie kam das?

HASEN: Weil wir viele Kinder haben.

BÄR: Beim „Kindermachen“ geht es nicht um die Quantität.

HASE: In welchem Alter werden deine Kinder volljährig?

BÄR: Nach zwei Wintern können sie selbständig leben.

HASE: So lange brauchen sie, um erwachsen zu werden?

HUND: Ich finde es nicht sonderlich lang. Die Menschen in meinem Nachbarhaus fütterten ihr Kind vierzig Jahre lang. Die Zivilisation der Menschen ist die der Perversion. Sie sind einfach weiter entwickelt als wir. Auch wir Hunde sind unter ihrem starken Einfluss etwas zivilisiert worden.

BÄR: Was wäre der Beweis dafür, dass du zivilisiert bist?

HUND: Ich habe einen Schuh, der nach einem Jungen duftet, unter einem Lindenbaum versteckt. Manchmal hole ich ihn heimlich heraus, schnuppere dran und gerate in Ekstase.

BÄR: Das ist in der Tat sehr zivilisiert.

KATZE: Auch ich bin von der Perversität der Menschen angesteckt und zivilisiert worden. Ich finde zum Beispiel eine Plastikmaus attraktiver als eine echte Maus. Noch besser wäre eine Maus in einem Computerspiel. Es war aber eine Mausefalle. Ich wurde irgendwann vom Computer gefangen und verlor viel Muskelkraft und Gehirn. Ein Glück, dass es heute keine Falschmaus mehr gibt.

HUND: Dennoch hast du gerne auf dem Sofa gedöst, wenn sich im Wohnzimmer die Menschen versammelten, oder?

KATZE: Das stimmt. Ich lag auf dem Sofa und lauschte ihnen, um mich weiterzubilden. Sie wussten über alles Bescheid, sogar über die Orte, an denen sie selber noch nie gewesen waren. Eines Tages redeten sie über einen Hühnerhof, wo hunderte von Hühnern eng gedrängt lebten. Ihre Augen waren vierundzwanzig Stunden am Tag einem besonderen elektrischen Licht ausgesetzt, so dass sie keine Sekunde schlafen konnten und jeden Tag ein Ei legten. Wie eine Maschine. Weil sie beengt in einem Stall lebten, verbreitete sich eine Krankheit sehr schnell. Ihr Trinkwasser enthielt reichlich Antibiotika. Jeden Tag kam ein Kontrolleur mit dicken Schutzhandschuhen, entfernte kranke Hühner aus dem Stall und steckte sie in einen Plastikkäfig, der am Ende so voll wurde, dass sich manche Hühner das Genick brachen. Die Käfige wurden in einen Lastwagen aufgeladen und zur Lebensmittelverarbeitungsfabrik transportiert.

EICHHÖRNCHEN: Produzierten sie dort Dosenfutter für Katzen? Stellt sich die Fabrik vor und erbricht sich.

HASE: Was ist los mit dir? Auch ihm wird plötzlich übel und er kotzt.

FUCHS: Wir Füchse haben nie so etwas Brutales getan. Wir haben unsere Ethik.

HASE: Brutal aber effektiv arbeiteten die Menschen. Ich wundere mich, wieso sie ausgestorben sind.

BÄR: Sie hätten sicher nie gedacht, dass sie vor den Bären aussterben würden.

HUND: Es ist noch nicht ganz klar, ob sie wirklich ausgestorben sind. Vielleicht leben noch einige auf einer Insel. Zumindest welche mit gutem Herzen.

FUCHS: Das verstehe ich nicht. Tut so, als würde er mit einem Jagdgewehr um sich schießen. Ein Jäger mit gutem Herzen existiert nicht für die Eltern des erschossenen Fuchskindes.

HUND: Die Jäger, die schädliche Tiere erschießen, sind keine schlechten Menschen.

Der Bär und der Fuchs greifen den Hund an. Als das Eichhörnchen eine Hand hebt, hört der Streit sofort auf.

HASE: gibt dem Eichhörnchen die Hand. Du bist klein und großartig.

EICHHÖRNCHEN: Das Eichhörnchen ist der König aller Säugetiere.

FUCHS: Warum haben die Menschen die Arche Noah verpasst?

HUND: Weil sie die anderen Lebewesen zu retten versuchten.

FUCHS: Die Menschen versuchten, nur ihre eigene Familie zu retten.

HUND: Vielleicht starben sie freiwillig. Sie begingen Massen-selbstmord, weil sie dachten, sie wären für die große Flut verantwortlich.

BÄR: Das ist möglich. Die Menschen zwangen den Fluss, ein Korsett anzuziehen, schmierten auf sein Gesicht die Schminke der Betonmasse und zerrten an seiner Nase, damit er seine Richtung änderte. Eines Tages flutete seine Wut über.

HUND: Nicht alle Menschen waren damit einverstanden, der Natur ihre Arme und Beine abzuschneiden. Manche waren von Anfang an dagegen, andere bereuten hinterher, was sie getan hatten.

FUCHS: Bereuen die Menschen überhaupt? Eine Menschenfrau rast auf der Autobahn, um rechtzeitig zur eigenen Hochzeit zu kommen, und überfährt unterwegs einen Fuchs. Später wird sie vielleicht bereuen, dass sie ihren Mann geheiratet hat, aber niemals wird sie bereuen, dass sie einen Fuchs überfahren hat.

EICHHÖRNCHEN: Sind die Menschen ertrunken, weil sie nicht bereuen konnten?

BÄR: Beim Homo sapiens ist der Kopf an einer ungünstigen Stelle angebracht. Aus anatomischem Grund ertranken die Menschen leicht. Mehr Gründe gab es nicht. Eine misslungene Konstruktion. Wer ist verantwortlich dafür?

EICHHÖRNCHEN: Ich habe genau das Gleiche gedacht. Erstens haben sie kein Steuerorgan. Deshalb können sie nicht auf einem schmalen Zweig balancieren. Demonstriert angeberisch seinen buschigen Schwanz. Der Fuchs und die Katze machen es ihm nach. Der Bär und der Hase sehen sich beschämt an.

HUND: Keiner von euch versteht die Größe der Menschheit. Die Menschen hatten den Schwanz im Gehirn.

FUCHS: Es hört sich pervers an.

BÄR: Es lag doch an keiner Misskonstruktion, sondern nur an einer Krankheit. Die Menschen hatten zum Beispiel kaum Körperhaar. Man sagt, sie hätten eine tödliche Strahlung abbekommen und ihre Körperhaare verloren.

FUCHS: Ihr Maul war an einem flachen Gesicht angebracht. Deshalb konnten sie nicht ordentlich zubeißen.

EICHHÖRNCHEN: Ihre Augen waren nicht seitlich des Gesichtes montiert, so dass ihr Blickfeld beengt war.

HASE: Weil ihre Ohren zu tief platziert und ihre Ohrläppchen zurückgebildet waren, konnten sie kein Geräusch aus der Ferne hören.

FUCHS: Die Menschen konnten weder besonders schnell laufen noch einigermaßen hoch springen. Sie dachten sich eine diskriminierende Regel aus, nach der nur der Homo sapiens an der Olympiade teilnehmen darf. Wenn ein Känguru beim Dreisprung mitgespielt hätte, hätte kein Mensch die Chance gehabt, die Goldmedaille zu gewinnen.

KATZE: Die Menschen waren nachtblind, gingen aber nie bei Sonnenuntergang ins Bett. Sie blieben lange wach, ohne einen einsehbaren Grund, und verschwendeten Elektrizität.

HUND: Die Nase der Menschen hat kaum etwas anderes geleistet als Nasenschleim rauszulassen. Als Geruchsorgan war sie nicht zu gebrauchen. Die menschliche Nase konnte nicht einmal einen Stuhl, auf dem das eigene Kind gerade gesessen hat, von einem anderen Stuhl, auf dem ein fremdes Kind gesessen hat, unterscheiden. Ach, was rede ich überhaupt. Der Geruchssinn der Menschen hat sich zurückgebildet, weil es besser ist, wenn man nicht genau alles riechen kann. Die Klassenräume und die Arbeitsplätze der Menschen stanken nach Angstschweiß. Es ist katzenleicht, über die Menschen negativ zu reden. Deshalb müssen wir damit aufhören. Es ist hingegen eine große Leistung, sie zu loben. Deshalb erklären wir, die zivilisierten Hunde, es zu unserer Aufgabe, gute Eigenschaften der Menschen herauszufinden und sie bekannt zu machen. Die Menschen waren herrlich!

KATZE: Wenn es so ist, warum sind sie ausgestorben?

HASE: Weil der Kapitän der Arche Noah sie nicht an Bord gelassen hat.

KATZE: Warum?

HASE: Weil die Menschen den Kapitän verachtet haben.

BÄR: Der Kapitän war eine schöne Frau. Ihr Unterleib war wie bei einem Fisch. Ihr Ehemann war auch eine Frau. Ihr wuchsen Flügel aus dem Rücken.

FUCHS: Ich habe den Kapitän verehrt.

HASE: Ich auch. Die Menschen dachten, jeder, der zahlt, darf mitfahren.

BÄR: Aber es gab keine Fahrkarte, die man kaufen konnte oder sollte. Zum Glück besaß ich kein Geld.

FUCHS: Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich will nicht angeben, aber es ist ein Fakt, dass ich früher strahlend reich war. Ich besaß sogar einen Halspelz aus Fuchspelz. Aber mittlerweile hat meine Krankheit mein ganzes Vermögen aufgefressen. Es war eine seltsame Krankheit. Immer, wenn ich etwas Fuchsrotes im Angebot sah, musste ich es sofort kaufen. Ich weiß nicht warum. Ich wollte kaufen, kaufen, kaufen, kaufen. Ich konnte nicht mehr einschlafen, bis ich das nächste Fuchsrote gekauft hatte. Es war mir egal, was es kostete. Bezahlte ich Geld, stieg meine Stimmung.

BÄR: Stieg deine Stimmung? Wenn du so redest, bekommst du bald Depressionen wie ein Mensch.

FUCHS: In der Tat leide ich seit letztem Dienstag an Depressionen. Und am Mittwoch wurde mir schon das Arzneimittel geliefert, ohne dass ich es bestellt hatte. In der Packungsbeilage stand, dass man es zurückschicken dürfe, wenn man keinen Gebrauch davon machen könne. Die Rechnung müsse man jedoch sofort bezahlen, wenn man die erste Tablette zu sich genommen habe. Das war eine der legalen Betrügereien, die sich die Menschen ausgedacht hatten.

BÄR: Meint ihr wirklich, dass die Menschen aus ethischen Gründen ertrunken sind? Ist so ein Urteil nicht viel zu menschlich?

FUCHS: Ich dachte, die Menschen sind Lügner, dazu noch eitel, schlau und bösartig. Aber vielleicht sind das nur Klischees. Und selbst wenn die eine oder andere Zuschreibung zutreffen sollte, würde ich mich nicht wegen kleiner Charaktermängel aufregen. Was ich als Gott des Feuers nicht akzeptieren konnte, war, wie die Menschen mit dem Feuer spielten.

BÄR: Sie liebten Kriege.

HASE: Sie liebten eher, Waffen zu verkaufen.

BÄR: Manche liebten es, durch Waffenhandel Geld zu machen. Andere liebten zwar den Krieg als solchen, aber sie wollten selber nicht Soldat sein. Und dann gab es auch noch solche, die den Krieg hassten, aber durch ihn gestorben sind.

FUCHS: Findet ihr das gut, dass es keine Menschen mehr gibt?

HASE: Mir ist es eigentlich egal, ob es Menschen gibt oder nicht. Und dir?

FUCHS: Mir ist es auch egal. Wenn ich eine Stimme abgeben sollte, würde ich für die Erde ohne Menschen abstimmen.

BÄR: Ich bin auch deiner Meinung.

EICHHÖRNCHEN: Mir ist es ganz egal.

KATZE: Es ist mir lieber, wenn es Menschen gibt.

HUND: Eine Welt ohne Menschen ist sinnlos! Hätte es keinen Menschen gegeben, gäbe es das Wort „Hund“ nicht. Eine lange Pause. Ist es wirklich wichtig, dass ich ein Hund bin?