Evgenij Kozlov
DAS
LENINGRADER ALBUM
ca. 160 S., gebunden, ca. 140 farbige Zeichnungen (eine Auswahl
aus mehr als 500 Blättern), 24 x 17 cm, Hardcover. Text in
Deutsch, Englisch und Russisch. Sonderpreis nur 10,-
Bestellung
m
Leningrad Ende der 60er Jahre träumt ein mit künstlerischen
Empfinden begabter Junge, dass die Mädchen von den Jungs
träumen. Seine Phantasien sind von einer Zartheit und
gleichzeitig Direktheit, die staunen machen.
Die
BetrachterInnen werden Rosa, Svetlana, Mila, Olga, Elena, Tatjana und
viele andere kluge, schüchterne und draufgängerische Frauen
kennen lernen und nicht mehr missen wollen.
Evgenij
Kozlov ist aufgewachsen in einer Komunalka", das sind die
riesigen großbürgerlichen Wohnungen der russischen
Metropolen, die zur Sowjetzeit in eine Art Wohnheim umgewandelt
wurden: pro Zimmer eine Familie, die sich Bad, Toilette und Telefon
teilten. Überall ist etwas los: Warteschlangen vor dem
Badezimmer, Zank in der Küche. Sex ist natürlich kein
Thema, man ergeht sich höchstens in Andeutungen, von denen man
annimmt, dass sie für Jugendliche nicht dechiffrierbar sind. Es
ist eine Frauenwelt, die Welt der Schule und der Ferien, alle
Erwachsenen, alle, die etwas zu sagen haben, sind Frauen. Die
Zeichnungen entstanden in den Jahren 1967 bis 1973, in den letzten
Jahren und kurz nach der Schulzeit. Evgenij Kozlov hat sie nachts im
Schein der Küchenlampe gemalt, immer auf der Hut vor dem
plötzlichen Eintreten der Eltern. Dass er malte, war eine
akzeptierte Tatsache, er durfte eine Spezialschule für Kunst
besuchen. Aber die Zeichnungen waren natürlich ungeheuerlich in
einer puritanischen Welt...
In der Heimlichkeit des Entstehens, in der Verwendung einfachster Mittel, in den Spuren der Zeit an Papier und Farbe liegt ein Zauber dieser Zeichnungen, auch in den liebevoll gestalteten Details - der Interieurs mit ihrer typischen 1960er, 70er Jahre Möblierung, mit den kunstvoll drapierten Kleidungsstücken, dem stilvollen Tonbandgerät, das - was sonst - die Beatles abspielt.
Wir sehen, wie sich die Zeichnungen im Laufe der Jahre verändern, irgendwann taucht eine männliche Figur auf, Texte werden ergänzt, surreale Elemente kommen hinzu.
Wer schon immer wissen wollte, wovon ein Heranwachsender in der Sowjetunion - (und nicht nur dort) - immer träumte, wird dieses Album mit wachsender Begeisterung durchblättern.
|
|