konkursbuch Verlag Claudia Gehrke

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Tübinger Poetik Vorlesungen, Literaturpreisanthologien, hg. J. Wertheimer

Teils nur noch in kleinen Restmengen vorhanden



Wir freuen uns über den Literaturnobelpreis für Herta Müller.


Herta Müller, Tübinger Poetik Vorlesungen. Hörbuch.
ISBN 978-3-88769-188-2 : 3 Audio-CDs, 3 Vorlesungen und zusätzlich ihre Vorlesung zum Thema „Zukunft! Zukunft?", 18,-. Limitierte Auflage von 300.

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DieTübinger Vorlesungen beschäftigen sich lebendig, heiter und intensiv mit Kindheit und Gegenwart, Erinnerung, Sprache als Unterdrückungs- und Widerstandsmittel.
1. Vorlesung „In jeder Sprache sitzen andere Augen":
„In der Dorfsprache, so schien es mir als Kind, lagen bei allen Leuten um mich herum die Worte direkt auf den Dingen, die sie bezeichneten. Die Dinge hießen genauso wie sie waren und waren genauso wie sie hießen. Ein für immer geschlossenes Einverständnis. Es gab für die meisten Leute keine Lücken, durch die man zwischen Wort und Gegenstand hindurchschauen und ins Nichts starren musste, als rutschte man aus seiner Haut ins Leere …"

2. Vorlesung „Der König verneigt sich und tötet":
„Oft werde ich gefragt, warum in meinen Texten so oft der König und so selten der Diktator vorkommt. Das Wort König ist weich. Und oft werde ich gefragt, warum in meinen Texten so oft der Friseur vorkommt. Der Friseur misst die Haare und die Haare messen das Leben …"

3. Vorlesung „Wenn wir schweigen, werden wir unangenehm, wenn wir reden, werden wir lächerlich":
„Das Schweigen ist keine Pause zwischen dem Reden, sondern eine Sache für sich. Ich kenne von zuhaus bei den Bauern eine Lebensweise, die sich den Gebrauch von Wörtern nicht zur Gewohnheit machte. Wenn man nie über sich selber spricht, redet man nicht viel. Wie alle im Haus hatte auch ich gelernt, am anderen das Zucken der Gesichtsfalten, Halsadern, Nasenflügel oder Mundwinkel, des Kinns oder der Finger zu deuten und nicht auf Wörter zu warten. Zwischen Schweigenden hatten unser aller Augen gelernt, welches Gefühl der andere mit sich durchs Haus trägt. Wir horchten mehr mit den Augen als mit den Ohren …"

Aus der Vorlesungsreihe „Zukunft! Zukunft?"
Einmal anfassen - zweimal loslassen
Die großen Schubladen von Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft trennen das Ineinander von Zeit, die dem einzelnen ins Leben läuft. Doch die gelebte Zeit streunt nicht in großen Blöcken …
Kurz nach meiner Zukunft, also sehr bald nach meiner in Deutschland angekommenen Zeit fuhr ich nach Marburg und traf im Zug INGE WENZEL AUF DEM WEG NACH RIMINI …
Anfang dreißig, blondes lockeres Haar, schmales Gesicht, schlanker Hals mit Goldkettchen, das in die Schlafrichtung, neben den linken Träger von Inge Wenzels weißem Nachthemd hing, ein Nachthemd mit zweifingerbreiten Trägern, wie es meine Großmutter im Winter genäht hatte. Es war mein Nachthemd auf dem Weg vom Dorfzuhause in die Welt. Der Stoff war knapp, das Nachthemd verlangte nach breiten Trägern, weil es unten unschicklich kurz geworden wäre, wenn man es oben zusammengenäht hätte. Die Breite der Träger machte den oberen Rand zu einem viereckigen Halsausschnitt, aber arg dekolletiert, meinte sie, als sie die Träger festnähte. Ich werde nie wissen, ob sie diese Freizügigkeit ausdehnen oder einschränken wollte, als sie das ovale Lochmuster zu sticken begann. Es muss einen Sog gegeben haben, am gestickten
Halsrand geriet ihr das Nachthemd mit jeder Lochreihe mehr zum verschneiten Feld in der Hand. Acker mit Winterruhe, wo kein Fuß geht, wo sich Tauen und Frieren zerbrechlich schön ausgleichen …

Herta Müller wurde 1953 in Nitzkydorf/Rumänien geboren, studierte Germanistik und Rumanistik an der Universität von Temeschwar. Sie arbeitete als Übersetzerin und Deutschlehrerin, wurde jedoch aufgrund ihrer Verweigerung der Zusammenarbeit mit der Securitate aus dem Schuldienst entlassen. Seit 1984 ist sie freie Schriftstellerin, in Rumänien Publikationsverbot. 1987 Ausreise in die BRD. Viele Literaturpreise, u.a.: Kleist-Preis (1994), Berliner Literaturpreis (2005), Würth-Preis für europäische Literatur (2006), Nobelpreis für Literatur (2009).

Außerdem von Herta Müller lieferbar: Eine weitere Tübinger Poetikvorlesung zum Thema Zukunft:


Poetikvorlesung Zukunft! Zukunft?
200 Seiten, mit farbigen Abbildungen von Alissa Walser und Herta Müller, gebunden, Eur 12,-, ISBN 978-3-88769-153-0 Hg. J. Wertheimer.

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Acht berühmte Schriftstellerinnen schildern in eindringlichen literarischen oder essayistischen Texten, was die Erfahrung ‚Zeit' mit ihrem Denken, Fühlen, Schreiben zu tun hat. Es zeigt sich eindrucksvoll, wie die Dimensionen der Zeit ineinandergreifen, dass sich Vergangenheit und Zukunft nicht trennen lassen. Kleine Momente und Gegenstände stellen eine Verbindung her. Texte von Herta Müller, Batya Gur, Barbara Honigmann, Dubravka Ugresic, Alissa Walser, Yoko Tawada u.a.

Herta Müller nimmt uns in diesem Buch auf eine atemberaubende Zeitreise mit - von ihrer Großmutter, die ein Nachthemd stickt, zu einem Werbeplaket der Bundesbahn zur Todesangst im Nachtzug in Rumänien zur Zukunft, die immer bald Vergangenheit wird. Außerdem gibt es eine Serie ihrer fantastisch komponiertenText-Bild-Collagen



Pressestimme:
"Was passt besser zu Neujahr als eine Textsammlung über die Zukunft. Jürgen Wertheimer hat die Vorträge der Tübinger Poetikvorlesung "Zukunft! Zukunft?" als hochinteressanten Essayband herausgegeben. Erzählt und philosophiert, etwa über das individuelle Zeitgefühl des Menschen, haben darin renommierte Autorinnen wie Batya Gur, Yoko Tawada, Alissa Walser und Barbara Honigmann. Stellvertretend für viele schreibt etwa Herta Müller: "Ich bin bis heute beschämt, wie wenig ich an jeder Gegenwart das Gepäck erkannt habe, das sie mir, sobald sie vergangen war, mitgegeben hat für die Zukunft." (Abendzeitung)

Leseprobe von Herta Müller



Tübinger Poetik-Vorlesungen

Die Autorinnen und Autoren der Tübinger Poetik-Dozentur mischen sich ein, und denken laut nach über die Möglichkeiten und Grenzen des Schreibens. Sie kommen aus ganz verschiedenen Ländern, haben unterschiedliche kulturelle und soziale Erfahrungen.
Einige der Poetik-Vorlesungen sind mündliche Erzählungen, andere entwickeln sich zu einem Buch …

Aras ÖREN, Privatexil. Ein Programm, Eur 5,50
“Gleich das erste Kunstwerk ist ein Verrat an dem Modell. Es ist nur eine Imitation des Modells. Literatur ist auch ein solches Kunstprodukt mit einer ähnlichen Mission. Der Schriftsteller verrät sein Modell und transformiert es andauernd. Er beschneidet, zerstückelt, entwirft und setzt es wieder neu zusammen, um eine neue Wirklichkeit herzustellen. Gerade deshalb ist er in der Lage, sich an der Geschichte zu rächen.” (aus der ersten Vorlesung)
Erste Vorlesung: Vorstellungskraft und Zeit
Zweite Vorlesung: Selbstbild mit Stadt
Dritte Vorlesung: Eine Metropole ist kein Völkerkundemuseum

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Yoko Tawada, Verwandlungen
Tübinger Poetik-Vorlesung
2. Aufl. Br, Eur/ 5,50, ISBN 3-88769-126-1
1: Stimme eines Vogels oder das Problem der Fremdheit
2: Schrift einer Schildkröte oder das Problem der Übersetzung
3: Gesicht eines Fisches oder das Problem der Verwandlung

“Zu ihren Vorlesungen waren mehr als 500 Zuhörer gekommen, der kleine Hörsaal quoll beinahe über, so daß der Vortrag in den Nachbarsaal übertragen wurde … Sie hielt eine poetische Rede voll Anschaulichkeit und Gleichnishaftigkeit …”
(Schwäbisches Tagblatt)

“Als diskrete postmoderne Schamanin der dichterischen Rede und hellhörige Philologin (im Sinne der Romantik) bereichert sie ihre Leser und Hörer mit Texten, die die Gabe des doppelten Blicks spiegeln …”
(Jürgen Wertheimer)

Leseprobe

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Günter Grass: Wort und Bild. Materialien und Selbstzeugnisse. Tübinger Poetik-Vorlesung
112 S., Br., Eur 12,90, ISBN 3-88769-144-X. Mit eingeklebten Farbbildern und Schwarzweißabbildungen.
“Ich zeichne immer, auch wenn ich nicht zeichne, weil ich gerade schreibe” - Günter Grass’ paradox anmutendes Diktum drückt das für seine Arbeit kennzeichnende Ineinander von Wort und Bild aus. Auf dem Papier entsteht eine Kunstwelt, in der beide Tinten oft genug ganz konkret ineinander fließen. Diesen kreatürlichen Dialog zwischen Bild und Wort, Pinsel und Feder, Druckerpresse und Olivetti will dieses Buch einsichtig machen …

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Gerhard Köpf, Vor-Bilder, Tübinger Poetik-Vorlesung
Eur 6,90, ISBN 3-88769-705
Kapitel: Mein amerikanischer Traum - Die Hemingway-Melodie - Die Vorzüge der Windhunde.
Das einzige, wovon ich - literarisch - noch träumen kann, ist mein Wunschbuch, das Buch also, das ich gerne noch schriebe. Es ist ein amerikanischer Roman! … Ich brauche als amerikanischer Schriftsteller, der natürlich immer positiv denkt, dazu einen guten Anfang, einen ersten Satz der neugierig macht auf den zweiten: und so weiter. Ich muß meinen Leser praktisch am Kragen packen, um ihn über die Schwelle der Fiktion zu ziehen. Dabei denke ich etwa an einen Satz wie den, mit dem Ford Madox Ford seine Erzählung “The Good Soldier” eröffnet: Dies ist die traurigste Geschichte, die ich je gehört habe …

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Anthologien zum Würth-Literaturpreis


Alle Bände sind gebunden, mit Abbildungen und spielerischen Gestaltungselementen, NUR NOCH JE EURO 5,- !
Die Poetik-DozentInnen der Universität Tübingen kommen aus verschiedenen Ländern und haben ganz unterschiedliche kulturelle und soziale Erfahrungen, die in die jeweilige Themenstellung für den Würth- Literaturpreis für junge Autoren einfließen. Am Ende der Vorlesung wird jeweils ein Thema gestellt, ausgeschrieben, und in einem kurzem Zeitraum werden eigens dafür geschriebene Texte eingereicht.
Zwischen 400 und 900 Einsendungen gab es zu jedem Thema. Daraus wählt die Jury (jeweilige/r Poetikdozent/dozentin, Literaturprofessor Jürgen Wertheimer, Literaturkritiker Franz Joseph Görtz, Theaterregisseur Gerd Heinz) die PreisträgerInnen sowie BeiträgerInnen für die Anthologien aus.
“Jeder Band dokumentiert die breite Spannbreite von literarischen Gestaltungsmöglichkeiten. Verlegerin Claudia Gehrke hat dazu die passende Buchgestaltung gewählt … So trifft man im ersten Band auf Seiten mit Kaffeeflecken … der dritte Band überrumpelt einen gleich auf der ersten Seite mit einem Foto, auf dem zwei halbwüchsige Jungs mit ihren Revolvern geradewegs auf den Leser zielen.

Pistole & Würde, Texte zum 6. Würth-Literaturpreis, herausgegeben von Andrzej Szczypiorski; geb., mit Abb., Eur 15,50, ISBN 3-88769-143-1
Für Andrzej Szczypiorski war die Frage, inwieweit Gewalt den Menschen die Würde nimmt, für sein ganzes Leben historisch, politisch und moralisch von großer Bedeutung. Unter anderem, um zu erfahren, wie zeitgenössische deutsche Literatur mit dieser Frage umgeht, stellte er als Poetikdozent das Thema “Pistole & Würde” für den Würth-Literaturpreis …

Noblesse, Stil, Eleganz
Texte zum 7. Würth-Literaturpreis, hrsg. von Gerhard Köpf, geb., mit Abb., Eur 15,50, ISBN 3-88769-

Verwandlungen
Hrsg. von Yoko Tawada, ISBN 3-88769-128-8
Erzählungen, Anagrammgedichte, Theaterstücke

Macht und Frauen
Hrsg. von Aleksandar Tisma, ISBN 3-88769-122-9
“Gruselige Übermütter und vor Vitalität berstende Weiber, dämonische Omas, toposgespickte femme fatales …”
“Einen Höhepunkt der Reihe bildet der Band Macht und Frauen” (Stuttgarter Zeitung 11.11.1998)

Geld oder Leben
Hrsg. von Tankred Dorst, ISBN 3-88769-116-4
Szenen

Die Lehre der Fremde, die Leere des Fremden
Hrsg. von Joao Ubaldo Ribeiro, ISBN 3-88769-114-8
Prosa, Lyrik & Essays

Frühstück und Gewalt
Hrsg. von Marleene Streeruwitz, ISBN 3-88769-108-3, mit einem Buch im Buch: Warum hat Frau Fischer in der Kirche geweint …
“In den Minidramen und Prosaskizzen geht es um die Nachbarschaft von Idylle und Schrecken … da toben Geschlechterkampf, Generationenkrieg und Familienterror …”


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AutorInnenverzeichnis

Jürgen Wertheimer

Annette Wieners

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