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konkursbuch
Verlag Claudia Gehrke
PF 1621 - D-72006 Tuebingen, Tel. 0049(0) 7071 66551,
Mail:
office@konkursbuch.com
Wir freuen uns über den Literaturnobelpreis für Herta
Müller.

Herta Müller, Tübinger Poetik Vorlesungen.
Hörbuch.
ISBN 978-3-88769-188-2 : 3 Audio-CDs, 3 Vorlesungen und
zusätzlich ihre Vorlesung zum Thema Zukunft! Zukunft?",
18,-. Limitierte Auflage von 300.
DieTübinger Vorlesungen beschäftigen sich lebendig,
heiter und intensiv mit Kindheit und Gegenwart, Erinnerung, Sprache
als Unterdrückungs- und Widerstandsmittel.
1. Vorlesung In jeder Sprache sitzen andere Augen":
In der Dorfsprache, so schien es mir als Kind, lagen bei
allen Leuten um mich herum die Worte direkt auf den Dingen, die sie
bezeichneten. Die Dinge hießen genauso wie sie waren und waren
genauso wie sie hießen. Ein für immer geschlossenes
Einverständnis. Es gab für die meisten Leute keine
Lücken, durch die man zwischen Wort und Gegenstand
hindurchschauen und ins Nichts starren musste, als rutschte man aus
seiner Haut ins Leere
"
2. Vorlesung Der König verneigt sich und tötet":
Oft werde ich gefragt, warum in meinen Texten so oft der
König und so selten der Diktator vorkommt. Das Wort König
ist weich. Und oft werde ich gefragt, warum in meinen Texten so oft
der Friseur vorkommt. Der Friseur misst die Haare und die Haare
messen das Leben
"
3. Vorlesung Wenn wir schweigen, werden wir unangenehm,
wenn wir reden, werden wir lächerlich":
Das Schweigen ist keine Pause zwischen dem Reden, sondern
eine Sache für sich. Ich kenne von zuhaus bei den Bauern eine
Lebensweise, die sich den Gebrauch von Wörtern nicht zur
Gewohnheit machte. Wenn man nie über sich selber spricht, redet
man nicht viel. Wie alle im Haus hatte auch ich gelernt, am anderen
das Zucken der Gesichtsfalten, Halsadern, Nasenflügel oder
Mundwinkel, des Kinns oder der Finger zu deuten und nicht auf
Wörter zu warten. Zwischen Schweigenden hatten unser aller Augen
gelernt, welches Gefühl der andere mit sich durchs Haus
trägt. Wir horchten mehr mit den Augen als mit den Ohren
"
Aus der Vorlesungsreihe
Zukunft! Zukunft?" (Hg. Jürgen Wertheimer)
Einmal anfassen - zweimal loslassen
Die großen Schubladen von Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
trennen das Ineinander von Zeit, die dem einzelnen ins Leben
läuft. Doch die gelebte Zeit streunt nicht in großen
Blöcken
Kurz nach meiner Zukunft, also sehr bald nach meiner in Deutschland
angekommenen Zeit fuhr ich nach Marburg und traf im Zug INGE WENZEL
AUF DEM WEG NACH RIMINI
Anfang dreißig, blondes lockeres Haar, schmales Gesicht,
schlanker Hals mit Goldkettchen, das in die Schlafrichtung, neben den
linken Träger von Inge Wenzels weißem Nachthemd hing, ein
Nachthemd mit zweifingerbreiten Trägern, wie es meine
Großmutter im Winter genäht hatte. Es war mein Nachthemd
auf dem Weg vom Dorfzuhause in die Welt. Der Stoff war knapp, das
Nachthemd verlangte nach breiten Trägern, weil es unten
unschicklich kurz geworden wäre, wenn man es oben
zusammengenäht hätte. Die Breite der Träger machte den
oberen Rand zu einem viereckigen Halsausschnitt, aber arg
dekolletiert, meinte sie, als sie die Träger festnähte. Ich
werde nie wissen, ob sie diese Freizügigkeit ausdehnen oder
einschränken wollte, als sie das ovale Lochmuster zu sticken
begann. Es muss einen Sog gegeben haben, am gestickten
Halsrand geriet ihr das Nachthemd mit jeder Lochreihe mehr zum
verschneiten Feld in der Hand. Acker mit Winterruhe, wo kein
Fuß geht, wo sich Tauen und Frieren zerbrechlich schön
ausgleichen
Herta Müller wurde 1953 in Nitzkydorf/Rumänien geboren,
studierte Germanistik und Rumanistik an der Universität von
Temeschwar. Sie arbeitete als Übersetzerin und Deutschlehrerin,
wurde jedoch aufgrund ihrer Verweigerung der Zusammenarbeit mit der
Securitate aus dem Schuldienst entlassen. Seit 1984 ist sie freie
Schriftstellerin, in Rumänien Publikationsverbot. 1987 Ausreise
in die BRD. Viele Literaturpreise, u.a.: Kleist-Preis (1994),
Berliner Literaturpreis (2005), Würth-Preis für
europäische Literatur (2006), Nobelpreis für Literatur
(2009).
Außerdem von Herta Müller lieferbar: Eine weitere
Tübinger Poetikvorlesung zum Thema Zukunft:

Poetikvorlesung
Zukunft! Zukunft?
200 Seiten, mit farbigen Abbildungen von Alissa Walser und
Herta Müller, gebunden, Eur 12,-, ISBN 978-3-88769-153-0 Hg. J.
Wertheimer.
Bestellung
Acht berühmte Schriftstellerinnen schildern in eindringlichen
literarischen oder essayistischen Texten, was die Erfahrung
Zeit' mit ihrem Denken, Fühlen, Schreiben zu tun hat. Es
zeigt sich eindrucksvoll, wie die Dimensionen der Zeit
ineinandergreifen, dass sich Vergangenheit und Zukunft nicht trennen
lassen. Kleine Momente und Gegenstände stellen eine Verbindung
her. Texte von Herta Müller, Batya Gur, Barbara Honigmann,
Dubravka Ugresic, Alissa Walser, Yoko Tawada u.a.
Herta Müller nimmt uns in diesem Buch auf eine
atemberaubende Zeitreise mit - von ihrer Großmutter, die ein
Nachthemd stickt, zu einem Werbeplaket der Bundesbahn zur Todesangst
im Nachtzug in Rumänien zur Zukunft, die immer bald
Vergangenheit wird. Außerdem gibt es eine Serie ihrer
fantastisch komponiertenText-Bild-Collagen

Pressestimme:
"Was passt besser zu Neujahr als eine Textsammlung über
die Zukunft. Jürgen Wertheimer hat die Vorträge der
Tübinger Poetikvorlesung "Zukunft! Zukunft?" als
hochinteressanten Essayband herausgegeben. Erzählt und
philosophiert, etwa über das individuelle Zeitgefühl des
Menschen, haben darin renommierte Autorinnen wie Batya Gur, Yoko
Tawada, Alissa Walser und Barbara Honigmann. Stellvertretend für
viele schreibt etwa Herta Müller: "Ich bin bis heute
beschämt, wie wenig ich an jeder Gegenwart das Gepäck
erkannt habe, das sie mir, sobald sie vergangen war, mitgegeben hat
für die Zukunft." (Abendzeitung)
Leseprobe
von Herta Müller
Leseprobe
Yoko Tawada
Jürgen
Wertheimer
Jürgen
Wertheimer ist Professor für Komparatisik und Germanistik an
der Universität Tübingen, Schwerpunkte seiner Arbeit u.a.:
"Kulturkonflikte in Texten". "Poetik der Emotionen"
Jürgen Wertheimer, Das Cervantes-Projekt,
Essay, mit Illustrationen, 6,-, SBN 3-88769-348-5.
Cervantes Spiegelritter als Vorläfer einer Poetik der
Beziehungen zwischen der ästhetisch-spielerischen Seite des
Lebens und der gnadenlosen Schwere der Wirklichkeit. Seine Welt
besteht aus komplexen Rochaden, Täuschungen und Traumrollen. Was
das mit unserer Welt zu tun hat, auch davon handelt dieser Essay.
In Vorbereitung für 2006: Don Quijottes Erben. Essays über
große Romane der Moderne und ihre Bedeutung heute...
Bestellung
Jürgen
Wertheimer, Schillers Spieler und Schurken
Essay, illustriert mit farbigen Zeichnungen Schillers. 192
Seiten, Klappenbroschur, ISBN 3-88769-337-X, 12,90 Euro
"Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes
Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt."
Jürgen Wertheimer nimmt Schiller beim Wort und eröffnet
einen neuen Blick auf Karl Moor, Wallenstein, Fiesco und Co: es sind
Spieler, die etwas riskieren, tricksen, zocken, lügen und
betrügen. Es sind Schurken, die ein Spiel mit hohem Einsatz
treiben, und meist treiben sie es zu weit.
In 12 Kapiteln untersucht der Autor die riskanten Spiel- und
Winkelzüge von Schillers Dramenfiguren und zeigt so die
Modernität und Aktualität des Weimarer Klassikers. Jeder
pflegt sein eigenes System, in dem der andere Spielfigur ist...
Unterschiedlichste Spiel-Ordnungen und -Inszenierungen werden
aufgedeckt: aus Schillers Leben, vor allem aber die seiner
großen Dramen, die nichts anderes sind als emotional hoch
aufgeladene Spielfelder. Dort geht es meist um Macht und Liebe, um
Leben und Tod.
Aus
dem Inhalt:
Hoher Einsatz, volles Risiko: Schillers Weg zum Theater
Räuber spielen
Die Räuber: Strategie eines Spielverderbers
Liebesspiele und Kabalen
Polit-Poker und Selbst-Inszenierung: Fiesko
Don Karlos: System-Spielerei
Der Solist als Spieler: Wallenstein
Wilhelm Tell: Den Mythos spielen
Frauen spielen nicht
Wahnsinnige Jungfrauen und blutige Bräute
Spiel-Trieb und Trieb-Spiel: Die Braut von Messina
Bestellung
Tübinger
Poetik-Vorlesungen
Die Autorinnen und Autoren der Tübinger Poetik-Dozentur mischen
sich ein, und denken laut nach über die Möglichkeiten und
Grenzen des Schreibens. Sie kommen aus ganz verschiedenen
Ländern, haben unterschiedliche kulturelle und soziale
Erfahrungen.
Einige der Poetik-Vorlesungen sind mündliche Erzählungen,
andere entwickeln sich zu einem Buch
Aras ÖREN, Privatexil. Ein Programm, Eur 5,50
Gleich das erste Kunstwerk ist ein Verrat an dem Modell. Es
ist nur eine Imitation des Modells. Literatur ist auch ein solches
Kunstprodukt mit einer ähnlichen Mission. Der Schriftsteller
verrät sein Modell und transformiert es andauernd. Er
beschneidet, zerstückelt, entwirft und setzt es wieder neu
zusammen, um eine neue Wirklichkeit herzustellen. Gerade deshalb ist
er in der Lage, sich an der Geschichte zu rächen. (aus
der ersten Vorlesung)
Erste Vorlesung: Vorstellungskraft und Zeit
Zweite Vorlesung: Selbstbild mit Stadt
Dritte Vorlesung: Eine Metropole ist kein Völkerkundemuseum
Bestellung
Yoko Tawada, Verwandlungen
Tübinger Poetik-Vorlesung
2. Aufl. Br, Eur/ 5,50, ISBN 3-88769-126-1
1: Stimme eines Vogels oder das Problem der Fremdheit
2: Schrift einer Schildkröte oder das Problem der
Übersetzung
3: Gesicht eines Fisches oder das Problem der Verwandlung
Zu ihren Vorlesungen waren mehr als 500 Zuhörer gekommen,
der kleine Hörsaal quoll beinahe über, so daß der
Vortrag in den Nachbarsaal übertragen wurde
Sie
hielt eine poetische Rede voll Anschaulichkeit und
Gleichnishaftigkeit
(Schwäbisches
Tagblatt)
Als diskrete postmoderne Schamanin der dichterischen Rede und
hellhörige Philologin (im Sinne der Romantik) bereichert sie
ihre Leser und Hörer mit Texten, die die Gabe des doppelten
Blicks spiegeln
(Jürgen Wertheimer)
Günter Grass: Wort
und Bild. Materialien und Selbstzeugnisse. Tübinger
Poetik-Vorlesung
112 S., Br., Eur 12,90, ISBN 3-88769-144-X. Mit eingeklebten
Farbbildern und Schwarzweißabbildungen.
Ich zeichne immer, auch wenn ich nicht zeichne, weil ich gerade
schreibe - Günter Grass paradox anmutendes Diktum
drückt das für seine Arbeit kennzeichnende Ineinander von
Wort und Bild aus. Auf dem Papier entsteht eine Kunstwelt, in
der beide Tinten oft genug ganz konkret ineinander
fließen. Diesen kreatürlichen Dialog zwischen Bild und
Wort, Pinsel und Feder, Druckerpresse und Olivetti will dieses Buch
einsichtig machen
Gerhard Köpf, Vor-Bilder, Tübinger
Poetik-Vorlesung
Eur 6,90, ISBN 3-88769-705
Kapitel: Mein amerikanischer Traum - Die Hemingway-Melodie - Die
Vorzüge der Windhunde.
Das einzige, wovon ich - literarisch - noch träumen kann, ist
mein Wunschbuch, das Buch also, das ich gerne noch schriebe. Es ist
ein amerikanischer Roman!
Ich brauche als amerikanischer
Schriftsteller, der natürlich immer positiv denkt, dazu einen
guten Anfang, einen ersten Satz der neugierig macht auf den zweiten:
und so weiter. Ich muß meinen Leser praktisch am Kragen packen,
um ihn über die Schwelle der Fiktion zu ziehen. Dabei denke ich
etwa an einen Satz wie den, mit dem Ford Madox Ford seine
Erzählung The Good Soldier eröffnet: Dies ist
die traurigste Geschichte, die ich je gehört
habe
Alle Bände sind gebunden, mit Abbildungen und spielerischen
Gestaltungselementen, NUR NOCH JE EURO 5,- !
Die Poetik-DozentInnen der Universität Tübingen kommen
aus verschiedenen Ländern und haben ganz unterschiedliche
kulturelle und soziale Erfahrungen, die in die jeweilige
Themenstellung für den Würth- Literaturpreis für junge
Autoren einfließen. Am Ende der Vorlesung wird jeweils ein
Thema gestellt, ausgeschrieben, und in einem kurzem Zeitraum werden
eigens dafür geschriebene Texte eingereicht.
Zwischen 400 und 900 Einsendungen gab es zu jedem Thema. Daraus
wählt die Jury (jeweilige/r Poetikdozent/dozentin,
Literaturprofessor Jürgen Wertheimer, Literaturkritiker Franz
Joseph Görtz, Theaterregisseur Gerd Heinz) die
PreisträgerInnen sowie BeiträgerInnen für die
Anthologien aus.
Jeder Band dokumentiert die breite Spannbreite von
literarischen Gestaltungsmöglichkeiten. Verlegerin Claudia
Gehrke hat dazu die passende Buchgestaltung gewählt
So trifft man im ersten Band auf Seiten mit Kaffeeflecken
der dritte Band überrumpelt einen gleich auf der ersten Seite
mit einem Foto, auf dem zwei halbwüchsige Jungs mit ihren
Revolvern geradewegs auf den Leser zielen.
Pistole &
Würde, Texte zum 6. Würth-Literaturpreis,
herausgegeben von Andrzej Szczypiorski; geb., mit Abb., Eur 15,50,
ISBN 3-88769-143-1
Für Andrzej Szczypiorski war die Frage, inwieweit Gewalt den
Menschen die Würde nimmt, für sein ganzes Leben historisch,
politisch und moralisch von großer Bedeutung. Unter anderem, um
zu erfahren, wie zeitgenössische deutsche Literatur mit dieser
Frage umgeht, stellte er als Poetikdozent das Thema Pistole
& Würde für den
Würth-Literaturpreis
Noblesse, Stil,
Eleganz
Texte zum 7. Würth-Literaturpreis, hrsg. von Gerhard
Köpf, geb., mit Abb., Eur 15,50, ISBN 3-88769-
Verwandlungen
Hrsg. von Yoko Tawada, ISBN 3-88769-128-8
Erzählungen, Anagrammgedichte, Theaterstücke
Macht und
Frauen
Hrsg. von Aleksandar Tisma, ISBN 3-88769-122-9
Gruselige Übermütter und vor Vitalität berstende
Weiber, dämonische Omas, toposgespickte femme
fatales
Einen Höhepunkt der Reihe bildet der Band Macht und
Frauen (Stuttgarter Zeitung 11.11.1998)
Geld oder Leben
Hrsg. von Tankred Dorst, ISBN 3-88769-116-4
Szenen
Die Lehre der Fremde,
die Leere des Fremden
Hrsg. von Joao Ubaldo Ribeiro, ISBN 3-88769-114-8
Prosa, Lyrik & Essays
Frühstück und
Gewalt
Hrsg. von Marleene Streeruwitz, ISBN 3-88769-108-3, mit einem Buch
im Buch: Warum hat Frau Fischer in der Kirche
geweint
In den Minidramen und Prosaskizzen geht es um die Nachbarschaft
von Idylle und Schrecken
da toben Geschlechterkampf,
Generationenkrieg und Familienterror
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