Preis für Jürgen Wertheimer

konkursbuch Verlag Claudia Gehrke
PF 1621 - D-72006 Tuebingen, Tel. 0049(0) 7071 66551,
Pressearbeit:
taenzer@konkursbuch.com

 

Prof. Dr. Jürgen Wertheimer wurde am Montag den 21.10.2013 im Pariser Rathaus vor 500 Gästen der renommierte Preis Grand Prix international de la Laïcité verliehen. Vergeben wird der Preis vom Comité Laïcité der Republik, die Jury besteht aus 50 hochverdienten Persönlichkeiten des französischsprachigen Kulturbereichs.

In seiner Rede sagte der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels und Präsident der Jury, Boualem Sansal, über Jürgen Wertheimer:

„Der Gewinner der internationalen Auszeichnung in diesem Jahr ist ein Deutscher, der an seiner Universität in Tübingen bemerkenswert vielfältige Aktionsformen entwickelt und nachhaltig betrieben hat, um die Aufklärung, deren Aushängeschild der Laizismus ist, zu entdecken und wiederzuentdecken.“

Schwerpunkte in Wertheimers Forschungsarbeit sind der Dialog der Aufklärung, Kulturkonflikte in Texten, die Poetik der Emotionen. Er hat die Tübinger Poetikdozentur (bis 2003) und das Kooperations- und Forschungsprojekt WerteWelten (seit 2008) initiert, entwickelt und vorangetrieben. Literatur ist für Wertheimer das Medium der Aufklärung, die das Individuum ins Zentrum stellt und zu seiner Stärkung beträgt. In seiner Dankesrede hielt er ein Plädoyer für die freie Literatur als wirksamstes Instrument gegen Dogmen und belegte die Bedeutung von Literatur in der Weltkultur.

Über die Wirkungsmacht von Literatur sagte Jürgen Wertheimer in seiner Dankesrede:

„Die Literatur verfolgt in der Tat keine Absicht, aber zweckfrei ist sie deshalb beileibe nicht. Sie bietet keine Lösungen, vor allem keine Erlösungen (aber auch keine Verdammungen) an. Sie stellt statt dessen Fragen, ohne Antworten zu geben. Weil sie keine Antworten gibt, gibt sie jedem die Chance, seine Antwort zu suchen, vielleicht auch zu finden. Sie will auf nichts hinaus.  […]  Literatur ist alles andere als eine Institution zur Herstellung von "Gutmenschen". Sie will kritisch Widerständige und vergleichsweise schwer zu manipulierende Individuen in möglichst großer Zahl ausbilden.“

 

Jürgen Wertheimer ist Professor für Komparatistik und Germanistik an der Universität Tübingen.

Sein soeben erschienenes Buch „Don Quijotes Erben. Die Kunst des europäischen Romans“ untersucht die Wirkung von Literatur und bringt in 25 Kapiteln seinen Lesern 25 große europäische Romane, ihre Beziehungen untereinander und zur Gegenwart mitreißend nahe. Auch dieses aktuelle Buch ist Ausdruck von Wertheimers Bemühungen, das Wirkungspotenzial von Literatur zu erkennen und voranzutreiben.

!