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Biographie:
Yoko Tawada, 1960 in Tokyo geboren, begann mit 12 Jahren ihren ersten Romanversuch, den sie fotokopiert verteilte. In Japan studierte sie Literaturwissenschaft, Schwerpunkt russische Literatur. 1979 kam Yoko Tawada mit der transsibirischen Eisenbahn nach Deutschland, seit 1982 wohnt sie in Hamburg und studierte dort Literaturwissenschaft. Erste literarische Veröffentlichungen im konkursbuch Verlag Claudia Gehrke 1985/86 (u.a. in "Japan-Lesebuch"), erste Buchveröffentlichung 1987, in Japan erste Buchveröffentlichung 1991. Sie schreibt in deutscher und japanischer Sprache.
Preise:
1990 Förderpreis für Literatur der Stadt Hamburg
1991 Gunzo-Shinjin-Bungaku-Sho für die japan. Originalfassung der Erzählung „Fersenlos“
1993 Akutagawa-Sho (angesehenster japan. Literaturpreis) für die japan. Originalfassung
von „Hundebräutigam“
1993 Autorenstipendium der Stiftung Niedersachsen
1994 Lessingförderpreis der Stadt Hamburg
1996 Adelbert-von-Chamissopreis
1997 Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles
1998 Tübinger-Poetik-Dozentur (gestiftet v. d. Firma Würth/ Künzelsau)
1999 Max Kade Distinguished Visitor of Massachusetts Institute of Technology
2000 Poetik-Dozentin in Tübingen in der Reihe „Zukunft! Zukunft?“
2000 Stipendium der Robert Bosch Stiftung und Stipendium des Deutschen Literaturfonds 2000 Izumi-Kyooka-Literaturpreis
2001 Writer in Residence Literaturhaus Basel
2003 Sei Ito Literaturpreis
2003 Junichiro Tanizaki Literaturpreis
2004 Writer in Residence Deutsches Haus New York
2005 (22. März) Verleihung der Goethemedaille in Weimar
Bis August 2004 etwa 500 Lesungen u.a. in Literaturhäusern (Hamburg, Berlin, Frankfurt und München), im Forum Stadtpark Graz ("Steirischer Herbst"), im Hölderlin-Turm Tübingen, in Staatstheatern (Stuttgart und Nürnberg), am Goetheinstitut (Göttingen, Rotterdam, Helsinki, Tampere, Sofia, Prag, Tokyo, Kyoto, Vancouver, Chicago, Boston, New York) und an verschiedenen Universitäten in der ganzen Welt
Buch-Veröffentlichungen in Deutschland (alle Übersetzungen von Peter Pörtner):
1987 „Nur da wo du bist da ist nichts“. Gedichte und Prosa, Orig.sprache Jap., 4. Aufl.
1989 „Das Bad“. Kurzer Roman, Orig.sprache Japanisch. 3. Aufl.
1991 „Wo Europa anfängt“. Prosa und Gedichte, Orig.sprache Deutsch bei „Wo Europa anfängt“, sonst Japanisch. 3. Aufl.
1993 „Ein Gast“. Kurzer Roman, Orig.sprache Deutsch. 2. Aufl.
1993 „Die Kranichmaske, die bei Nacht strahlt“. Theaterstück, Orig.sprache Deutsch, Uraufführung zum Steirischen Herbst Graz, Aufführungen in Hamburg und Berlin. Neufassung 1995, Nürnberg. Vergriffen. Theaterstücke ersch. demn. gesammelt.
1994 „Tintenfisch auf
Reisen“. 3 Geschichten. „Fersenlos“, „Der
Hundebräutigam“, „Der Faltenmann vom Sumidafluß“,
Orig.sprache Japanisch, Erzählungen aus den
japanischen Büchern „Sanninkankei“, „Inumukoiri“,
„Gottoharutotetsudo“. 2. Aufl.
1996 „Talisman“. Literarische Essays, Orig.sprache Deutsch. 5. Aufl.
1997 „Aber die Mandarinen müssen heute Abend noch geraubt werden“. Poetische Prosa, Traumtexte, Gedichte. Orig.sprachen Deutsch und Japanisch.
1997 „Wie der Wind im Ei“. Theaterstück, Orig.sprache Deutsch.
Vergriffen. Theaterstücke erscheinen demn. gesammelt.
1998 „Orpheus und Izanagi“ und „Till“, Stück und Hörspiel. Orig.sprache Deutsch und Japanisch;
„Verwandlungen“. Tübinger-Poetik-Dozentur. 2. Aufl.
2000 „Spielzeug und Sprachmagie in der europäischen Literatur“. Dissertation, Orig.sprache Deutsch;
„Opium für Ovid. Ein Kopfkissenbuch von 22 Frauen“. Prosa, Orig.sprache Deutsch. 3. Aufl.
2002 „Überseezungen“. Literarische Essays, Originalsprache Deutsch.
2004 „Das nackte Auge“. Erzählung.
Originalsprache Deutsch
2005 „Oder ein Libretto“ (In Vorbereitung für den Sommer)
Veröffentlichungen auch in Zeitschriften, u.a. in
"Schreibheft","manuskripte", "Sinn und Form",
"Rowohlt Literaturmagazin", "Akzente" und "NZZ-Folio.
Die Zeitschrift der Neuen Zuercher Zeitung".
Veröffentlichungen in Japan:
1991 „Sanninkankei“. Erzählungen, Kodansha, Tokyo.
1993 „Inumukoiri“. Erzählungen, Kondansha, Tokyo. Taschenbuch 1998;
„Arufabetto no kizuguchi”. Roman, Kawadeshobo, Tokyo, dt. Übersetzung in Vorb.
1996 „Gottoharuto-tetsudo“. Erzählungen, Kodansha, Tokyo;
„Seijo-densetsu“. Roman, Ootashuppan, Tokyo, dt. Übersetzung in Vorb.
1998 „Kitsunetsuki“, u.a. Übersetzungen aus „Talisman“, Shinshokan;
„Hikon“, Kodansha; „Futakuchiotoko“, Kawadeshobo.
1999 „Katakoto no uwagoto”, Seidosha.
2000 „Hinagiku no ocha no baai”, Shinchosha;
„Hikari to zerachin no raipuchihhi”, Kodansha.
2001 „Henshin no tame no opium“, Übersetzung von „Opium für Ovid“, Kodansha.
2002 „Yogisha no yakoressha“
„Kyukeijikan“
Kleine Auswahl an Pressestimmen:
„Yoko Tawada beschreibt die Welt so, wie sie aussähe, könnte man gleichzeitig träumen und hellwach sein...“ (taz)
„... gewitzte Spaziergänge, unternommen von einer Fremden, die die winzigsten Beobachtungen am Wegrand aufliest und interpretiert, voller Lust am Verstehen und Missverstehen.“ (Sonntagsblatt)
„Tawada ist eine Meisterin der Sensibilität, die Wörter und Sprachschichten sinnlich werden lässt. Vom Gegensatz zwischen Japan und Deutschland, der Welt der Zeichen (Kanji) und dem Alphabet leben die Texte, die nicht nur Wörtern, sondern auch einzelnen Buchstaben und Konsonanten ihre Aufmerksamkeit schenken.“ (Westdeutsche Zeitung, 25.05.2002)
„So werden Reiseberichte zur politischen Erkenntnis und die politische Erkenntnis zur Metapher vom Zusammenleben der Menschen – Sie ist immer vergnügt. Wiegt jeden Gedanken. Wie schwer er auch ist, auf ihrem Gesicht (und in ihren Texten) ist er immer leicht.“ (FAZ Magazin)
„Die Leichtigkeit dieser Texte rührt vielleicht daher, daß die Autorin unserer Jahrhunderte Müdigkeiten nicht erst von ihren Gliedern abstreifen muß und daß sie die Sprache beanspruchen kann für Bereiche, die uns höchstens noch im Traum einfallen.“
(Anne Duden, Süddeutsche Zeitung)
„Durch Yoko Tawadas Augen erscheint unsere Welt unheimlich kurios, zum Lachen. Für dieses Lachen ist das Publikum seiner Heldin dankbar“. (Leipziger Volkszeitung)
„Tawadas Texte zeigen, daß Fremdheit in der Sprache keinen Verlust darstellt. Vielmehr potenzieren sie das, was ein wesentlicher Zug von Literatur überhaupt ist: nämlich gewohnte Wahrnehmungsmuster befremdlich machen.“ (Hamburger Rundschau)
„Yoko Tawadas Gedichte und ihre Prosa folgen den Bildern im Kopf, zerlegen sie behutsam oder beschleunigen sie bis zur Euphorie, zum Schwindel, zum orgiastischen Taumel. Ihre Texte fügen extreme Bilder zusammen und bleiben dennoch ganz gelassen, konzentriert; das ist es, was auf uns ‚japanisch‘ wirkt... Ihre Texte sind überdies außerordentlich komisch. Beides, Konzentration und Witz übertragen sich auf die Leser.“ (SZENE Hamburg)
„Der Autorin gelingt es, aufgrund ihrer Kenntnis zweier so verschiedener Kulturen, sehr fruchtbar mit der deutschen Sprache umzugehen. Ihr Spiel mit Worten und Buchstaben stellt vieles in den Schatten, was in den letzten Jahren an deutscher Literatur so erschienen ist.“ (BücherPick, Zürich)
„... die Autorin nimmt Sprache und Literatur zutiefst ernst. Kein totes Klischee zementiert die Wahrnehmung, keine Sentimentalität reißt die Autorin aus ihrer nüchternen ironischen Haltung...“ (Das Sonntagsblatt)
„... einfache Sätze, die zunächst staunend über scheinbar Selbstverständliches sprechen. Und wir folgen dem harmlos wie einem vergnügten Kind, das auf dem Eis Kurven fährt, um uns dann beiläufig zu zeigen, daß die Spuren der Schlittschuhkufen das Wasserzeichen eines imaginären Textes sind... Für manche Leser könnte Talisman ein Lieblingsbuch werden.“ (Angelika Overath, Neue Zürcher Zeitung)
„... am Ende hört man plötzlich wieder auf den Klang bestimmter Wörter, sieht das, was man schon lange nicht mehr ansah, mit neuen Augen...“ (Die WELT)
„Yoko Tawada lebt und schreibt zwischen, besser: in zwei Sprachsystemen. Das eine ist optisch, das andere akustisch strukturiert. Übersetzt ins Poetische macht die Autorin Erfahrungen transparent – auch für sich selbst... sie schreibt sich – fremd, alogisch – zu Orten vor, wo es Mißverständnisse und Fragen gibt... Der Zwang mitzudenken, nachzudenken, zieht die Lesenden in die Texte hinein, fordert heraus. So wird der Phantasie ein Schutzraum erschrieben, in dem sie als Wirklichkeit existieren kann.“ (Hamburger Rundschau)
„Mit der deutschen Sprache vermag sie zu jonglieren, als sei es ihre Muttersprache. Merkwürdigkeiten spürt sie auf, pflückt Bedeutungen auseinander, seziert und kommentiert mit Hintersinn und Witz, dass es für die Zuhörer eine Freude ist [...] Yoko Tawada liebt es, mit Worten und Situationen zu spielen und sie beherrscht das Spiel zwischen sprachforscherischer Seriosität und Spaß.“ (Kieler Nachrichten, 10.05.2002)
„Eine japanische Nachtigall ist die Tawada, ihrem Trillieren und Zungenschnalzen lauschte das Publikum gern.“ (Westdeutsche Zeitung, 25.05.2002)
„Durch ihre vollkommen unbefangene und gleichzeitig mehr als hellhörige Offenheit kann sie den einzelnen Sprachgestalten noch ganz andere als die uns vertrauten Physiognomien entlocken. Auch Tawadas unbeschwert dahinschlendernde Geschichten besitzen mehr Gesichter, als sie auf den ersten Blick preisgeben.“
(Neue Züricher Zeitung, 09.07.2002)
Wim Wenders, über Yoko Tawadas TALISMAN:
„Beim Lesen dieses Buches hatte ich hin und wieder ein geradezu physisches Bedürfnis, meinen Hut zu ziehen. Zwar hatte ich keinen auf, weil ich im Flugzeug saß und nicht in der U-Bahn, aber nichtsdestotrotz wollte ich mich zumindest verbeugen, wenn auch nur im Geiste. Nein, nicht wie in Deutschland, mit einem angedeuteten Nicken des Kopfes, sondern wie in Japan, in der Hüfte um 90 Grad angewinkelt. Und in dieser Position bliebe ich erst einmal eine Weile stehen. Nichts anderes als die größte Hochachtung wäre diesem Buch und seiner Autorin angemessen.
Es ist ein Reisebuch. Es handelt von den Erfahrungen einer Reisenden und man macht als Leser darin eine Menge Erfahrungen und legt einen weiten Weg zurück. Wohin? Lassen Sie mich anders ausholen.
Ich bin selbst ein großer Reisender und habe auf Reisen viel geschrieben oder auch Filme gemacht. Ich war oft in Japan und habe dabei unter anderem einen Tagebuchfilm gedreht namens TOKYO-GA. Dabei bin ich in Japan stets ein Fremder geblieben, ein verwunderter, staunender Beobachter, und je öfter ich da war, umso weniger habe ich eingesehen, wußte ich von Japan. Im Grunde bin ich ein Tourist geblieben. Jedenfalls will es mir so scheinen, wenn ich mir vor Augen halte, welche umgekehrte Reise nach Deutschland hinein hier eine Japanerin gemacht hat. Während ich z.B. gerade einmal eine Handvoll Zeichen und Sätze gelernt habe, und mir ansonsten das Japanische ein Buch mit sieben Siegeln geblieben ist, hat Yoko Tawada tatsächlich Deutsch gelernt, hat hier tatsächlich studiert und gearbeitet und tatsächlich dieses komplexe, subtile, intelligente und poetische Buch in Deutsch geschrieben! Gerade letzteres, je mehr ich in diesem Buch versunken bin, wollte mir immer mehr als eine unvorstellbar heroische, geradezu titanenhafte Anstrengung vorkommen, die allerdings so gar nicht angestrengt daherkommt, sondern ganz locker aus dem Ärmel geschüttelt. Dabei ist dies kein ‚deutsches Buch‘ geworden, wenn ich das einmal so vereinfacht sagen darf. Niemand anderes als eine Japanerin hätte diese Erfahrung machen und dieses Buch schreiben können, bis in die Grammatik und bis in die kleinste Beobachtung hinein.
Dieses Buch handelt vor allem von kleinen Beobachtungen, auch wenn daraus allmählich ein viel größeres Bild erscheint und eine Abenteuer- und Entdeckungsreise tief in die bretselhafte deutsche Seele daraus wird. (Das mit der Brezel müssen Sie mir verzeihen, das erklärt sich erst aus dem Lesen des Buches). Wie in einem Roman von Jules Verne tun sich dabei ganz phantastische neue Räume auf, und ich habe mein Vaterland und meine Muttersprache dabei mit gemischten Gefühlen wiedergefunden, mal ganz zärtlich, mal verständnisvoll, mal schmunzelnd, mal erschrocken, mal wie vor den Kopf gestoßen.
Auf dieser ganzen abenteuerlichen Reise erfährt man so viel über ‚uns‘, über ‚sich‘, daß man dabei fast übersieht, daß man am Ende plötzlich mehr über Japan weiß, als man je dort ‚vor Ort‘ gesehen und gelernt hat. Und erst hier, an dieser Schnittstelle, tut sich auf, was es mit diesem Buch auf sich hat: Es spielt nicht in Rothenburg ob der Tauber, in Hamburg oder in Tokyo. Es handelt nicht von ‚Europa‘ versus ‚Asien‘, oder umgekehrt. Es ist ein Buch aus dem Niemandsland, da, wo kein Wort und kein Name und kein Zeichen mehr etwas bedeutet, sondern wo alles in Frage gestellt ist, und wo nur das Empfinden, das Erfahren, das Sprechen selber zählt. Und dann wird dieser kleine Band plötzlich so etwas wie ein Modell von utopischem Erzählen und von utopischem Reisen. Und weil es schönere Bücher gar nicht geben kann, halte ich meinen imaginären Hut ganz weit ausgestreckt, fast auf dem Boden, und freue mich, am Ende dieser Flugreise von Berlin nach Los Angeles, auf all das, was ich bald, durch dieses Buch, anders werde sehen können.“
Die einzelnen Bücher:
Das nackte Auge
Erzählung, frz. Br., 192 Seiten, 12 Euro ,2004, ISBN 3-88769-324-8
Ein Mädchen aus Vietnam wird zu einem Vortrag nach Ostberlin eingeladen, und wird dann, ohne es zu wollen, von einem gutmeinenden Studenten von Ost- nach Westdeutschland mitgenommen, in eine langweilige kleine Stadt mit Namen Bochum. Sie spricht die Sprache nicht, versucht zu fliehen, fährt – im Traum? – in die falsche Richtung und landet in Paris. Dort lebt sie viele Jahre – ohne Visum, bei verschiedenen Frauen und Männern und vor allem im Cinéma, in einem Dialog mit einer Schauspielerin... während die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland fällt, die Grenzen zwischen den EG-Ländern verschwinden und ihr eigenes Leben sich immer enger mit den Filmhandlungen verknüpft.
Die Beziehung von Bildern und Sprache ist ein wesentliches Thema dieser Erzählung, aber auch das Verhältnis verschiedener politischer Systeme, die Möglichkeit oder Unmöglichkeit körperlicher Beziehungen...
Pressestimmen:
„Yoko Tawada hebt in ihrem Buch die Unterscheidung zwischen den fiktiven Bildern von der Welt, die sie ja auch reflektieren, und der so genannten Realität auf. Die Bilder, die sie beschreibt, sind keine Metaphern. Sie stehen nicht für etwas, sondern fluktuieren in ihren Bedeutung und kommen somit der Realität sehr viel näher als die handfesten Geschichten, in denen wir uns wiederzuerkennen glauben, weil wir uns bestätigt fühlen.“ (Deutschlandfunk, 24.8.04)
„Tawada reizt in ihrem klugen Spiel die Beziehung von Bildern und Sprache zur Wirklichkeit aus, durch ihre Erzählerin erkundet sie mit „fremden Augen“ die Zeichensysteme des Westens... durchzogen von wunderbaren, komischen und klugen Einsichten.“ (Echo, Tirols Nachrichtenillustrierte)
„Yoko Tawada ist eine Meisterin der Wahrnehmung sinnlicher Phänomene. Virtuos spielt sie mit der Fremdheit zwischen Asien und Europa.“ (SWR, 21.6.04)
„Die Bilder laufen aus dem Kino heraus und verwandeln sich in Leben. Doch dann folgt ein Schnitt... Das nackte Auge wird nicht von Wörtern und Sprache verdunkelt. Das ist sehr reizvoll...“ (Schwäbisches Tagblatt)
„Auf einem schmalen Grat über und zwischen Wirklichkeit und Abstrusität balanciert sie und lässt ihre Sprache in einem beeindruckenden Maß vibrierend schweben. Kein Absturz, nirgends.“ (Stuttgarter Zeitung, 24.08.2004)
ÜBERSEEZUNGEN
Literarische
Essays, 160 Seiten, frz. Br., € 12,90, 2002, ISBN 3-88769-186-5.
Es geht um die Vermischungen und Verwirrungen der Sprachen, um quer über die Welt geworfene Blicke und Laute, um die Kommunikation in den verschiedensten Sprachen, „zwischen den Kulturen“, mit Maschinen. Missverständnisse und Fehler ermöglichen neue Bedeutungen... Der Autorin gelingt es mit ihrer pointierten Wahrnehmung, dass wir Leser nach der Lektüre die Welt um uns herum anders betrachten können...
Aus dem Inhalt: Apfel, Nase – Gespenster-E-mail – Ohrenzeugin – Die Zweischalige – Musik der Buchstaben – Zungentanz – Bioscoop...
Leseprobe:
„Whitney erzählte, sie habe gerade eine E-Mail von Aki bekommen. Sie sei aber leider unlesbar, man könne nur die ersten zwei Wörter ‚Liebe Whitney‘ lesen. ‚Soll ich ihr eine E-Mail schicken und fragen, was sie dir geschrieben hat?‘ fragte ich sie. Es gibt ein japanisches Kinderlied, das etwa so geht: Eine schwarze Ziege bekommt einen Brief von einer weißen Ziege und frißt ihn ungelesen auf. Dann bereut sie es aber und schreibt der weißen Ziege einen Brief und fragt, was in dem ersten Brief stand. Die weiße Ziege frißt diesen Brief ungelesen auf. Auch sie bereut es später und schreibt zurück, um zu erfahren, was in dem Brief stand, und so geht es immer weiter.
Kann eine Sprache einen Ozean überfliegen? Ich bekam manchmal E-Mails mit Leerstellen. Eine Freundin aus Hamburg schrieb mir, daß die deutschen Umlaute auf dem Weg nach Amerika oft in den Atlantik fallen und darin verschwinden. Japanische Schriftzeichen hingegen fallen in den Pazifik und kommen auch nicht an. Die Ozeane sind wahrscheinlich schon mit Umlauten und Ideogrammen überfüllt. Was wohl die ‘ocean engineers’ von MIT mit den ganzen Buchstaben machen würden? Ob Walfische Umlaute fressen?“
Pressestimmen:
„Der Titel ist Programm: Yoko Tawadas zu Überseezungen zusammengefasste Texte handeln von der Zunge, der Sprache, den Buchstaben, dem Klang der Worte, dem Reden, dem Übersetzen, dem Denken. Sie schafft es wieder mit unglaublicher Präzision und Klarheit, die theoretischsten Sachverhalte verspielt, transparent und verständlich zu präsentieren, mit einleuchtenden Bildern, wie der fremden Sprache als durchsichtiger Wand: ‚man kann bis in die Ferne hindurchschauen, weil keine Bedeutung im Weg steht‘; so blickt die japanische, in Hamburg lebende Autorin immer als Fremde auf die Zivilisation mit ihren seltsamen Errungenschaften, schmeckt sinnlichen, kulinarischen Erfahrungen nach und hört fasziniert-phantasierend auf ihre Umgebung wie als Kind in die Muschel.“ (literaturblatt 3/2002)
„Die Frage: ‚In welcher Sprache träumen sie eigentlich?‘ wird ihr seitdem häufiger gestellt, als ihr lieb ist. Scheinbar ernsthaft ist Yoko Tawada ihr nachgegangen und hat eine Geschichte darüber geschrieben – eine von vielen literarisch-linguistischen Kleinodien, die in dem Band Überseezungen versammelt sind.“ (Kieler Nachrichten, 10.05.2002)
„Tawada ist eine Meisterin der Sensibilität, die Wörter und Sprachschichten sinnlich werden lässt. Vom Gegensatz zwischen Japan und Deutschland, der Welt der Zeichen (Kanji) und dem Alphabet leben die Texte, die nicht nur Wörtern, sondern auch einzelnen Buchstaben und Konsonanten ihre Aufmerksamkeit schenken.“ (WZ, 25.05.2002)
„Eine Stunde lang schlägt sie die wenigen Zuhörer in ihren Bann. Sie sitzt gelassen auf der Bühne, liest in einer wunderbaren deutschen Sprache und zieht in ihren Texten witzige Verbindungen zwischen dem Deutschen und dem Japanischen.“
(Schwarzwälder Bote, 10.06.2002)
„Als ihr einmaI eine zu einem Termin zu spät gekommene Bekannte beinahe beschwörend‚ ‚alles erklären will‘, beschäftigt Tawada der Schuldton, der in dem Wort ‚erklären‘ steckt... Immer wieder entnimmt Tawada den Worten ein Vibrieren... durch ihre vollkommen unbefangene und gleichzeitig mehr als hellhörige Offenheit kann sie den einzelnen Sprachgestalten noch ganz andere als die uns vertrauten Physiognomien entlocken. Auch Tawadas unbeschwert dahinschlendernde Geschichten besitzen mehr Gesichter, als sie auf den ersten Blick preisgeben. “ (Neue Zürcher Zeitung, 09.07.2002)
„Ein übermütiges Buch, voller Anmut und Inspiration. Man liest
in dem Titel die ‚Übersetzungen‘ mit, um die es immer auch
geht, wenn die surrealistisch angehauchten Erzählungen die Zungen-Heldin
auf andere Kontinente führt, nach Südafrika, in die USA und Kanada,
zurück nach Japan und Deutschland (wo Yoko Tawada seit 1979 in Hamburg und
anderswo lebt, vielmehr: wo sie besonders oft auf Reisen ist, müsste man
sagen). Immer erfährt man viel über Land und Leute, wie schon in ihren
anderen Büchern und vor allem in dem erfolgreichen Essaybuch
‚Talisman‘, über die Spuren in den Wörtern, wenn
Sprechweisen und Sprachbarrieren die an Benjamins Scharfsinn geschulte Autorin
stutzen und staunen und spielerisch suchen lassen, und das in mühelosen
Sätzen, die zugleich lebendig und ruhig sind, versehen mit dem Atem der
Poesie und der Philosophie. Ein vielschichtiges Unterwegssein und eine moderne
Frauenexistenz sprechen aus diesem beschwingten Buch rund um Orte und Zeiten
des Übersetzens, ob in einer südafrikanischen Sprachschule (beim
Lernen des Afrikaans, weil das die Sprache der Träume sein soll, wie die
Heldin erfahren hat), ob an einer amerikanischen Universität, ob bei
dramatischen Konfrontationen auf der Straße oder in erotischen Sensationen.
Es ist die aufrichtige und doch listige Aufmerksamkeit, die besonders einnimmt,
ein Horchen auf die Nebentöne, ein Mitlesen des tradierten semantischen
Untergrunds, ein allseitiges Bereitsein für das Überraschende, das
auch die Gefahr in Kauf nimmt. Es ist das Medium dieser Ich-Erzählerin,
die sich zur Zunge bestimmt und zur Freundin, Verhaltensweisen aufdeckt,
Hässlichkeiten, Schönheiten, geradezu zart umgeht, umgehen kann mit
den Schwächen der Deutschen - es ist dieses Medium, das Erzählungen
und Essays bindet und dem Zeitalter der Übersetzungen die ideale
Gefährtin und die zwingende Metapher (im Titel) schenkt. Der Geist dieses
Reise-Buchs findet sich noch in seinem Äußeren, im haptilen Erlebnis
seiner Schmiegsamkeit und der Weichheit seines Papiers und im Blick auf das
Titelbild: Das Gesicht der jungen Frau vervollständigt sich, wenn man das
Buch aufschlägt. Immer wieder möchte man das tun.“ (hd, text+kritik, Juni 2002)
2000, 222 Seiten, € 12,90, 2.Aufl. 2001, ISBN 3-88769-156-3.
Es geht um Träume und Erfahrungen von 22 Frauen, um Rauschzustände zwischen Wachen und Schlafen… „Opium für Ovid“ von Yoko Tawada handelt von einer vielschichtigen Erotik, die nichts mit „Beziehungen“ zu tun hat. Metamorphosen des Körpers als rauschhaftes Erlebnis ... Verwandlungen, z.B. beim Älterwerden, nicht als „Verlust“ – an Schönheit, an Jugend – sondern als erotische Erfahrung erzählt. Ein poetischer Zeitbericht aus zahllosen individuellen Momenten. In Anlehnung an Ovid heißen die Figuren: Leda – Arachne – Daphne – Latona – Scylla – Salmacis – Coronis – Clymene – Io – Venus - Limaea – Niobe – Anaxarete – Semele – Ceres – Pomona – Asterie – Thisbe – Iuno – Ocyroe – Philomela und Iphis.
Pressestimmen:
„Yoko Tawadas Frauen leben heute, sind aber Luft- und Gedankenwesen, sie gebären sich und einander ständig neu in einem unendlichen Schaffensprozess, im Rausch, aber mit glasklarem Verstand, ohne jeden metaphysischen Hintergrund. Sie tanzen auf den versteinerten Verhältnissen und bringen die Welt und sich selbst in einen veränderten Aggregatszustand. Selten hat sich Weiblichkeit so fröhlich, so heiter vorgestellt.“ (NDR)
„...eine glasklare Trunkenheit... In Tawadas Universum segmentieren sich Menschen in Glieder, Stimmen und Blicke und beginnen Tieren zu ähneln, während gleichzeitig die Dinge menschliche Eigenschaften annehmen... eine von der Last der Selbstkontrolle erlöste Heiterkeit.“ (Neue Zürcher Zeitung)
„In ‚Opium für Ovid‘ zeigt sich Tawada als Virtuosin abendländischer Mythologien. Leda sieht im Ladenschild einer Apotheke einen metallenen Schwan, Daphnes Finger fühlen sich manchmal hölzern an, Io träumt, daß sie sich in eine Kuh verwandelt. Anlehnungen an die Metamorphosen Ovids. Doch Tawadas Protagonistinnen verwandeln sich nicht nur einmal, sie verändern sich ständig. Die Erklärung der ‚Ärzte und Krankenkassen‘ für die ständige Verwandlung der Körper der 22 Frauen: ‚Sie werden alt‘. Für die Autorin sind die Verwandlungen ein Weg, sich vom Blick des Mannes zu befreien. Den Titel ‚Opium für Ovid‘ wählte Tawada, weil sie den Buchstaben ‚O‘ so liebt. Doch so ganz sinnlos ist er dann doch nicht: Opium umweht die Leserin in den traumhaften Sequenzen... Sucht und Sehnsucht sind der Antrieb der Ich-Erzählerin für die Verwandlungen.“ (EMMA)
1998, € 5,50, 2.Aufl. 2001, ISBN 3-88769-126-1.
1: Stimme eines Vogels oder das Problem der Fremdheit
2: Schrift einer Schildkröte oder das Problem der Übersetzung
3: Gesicht eines Fisches oder das Problem der Verwandlung
Dazwischen der kleine Text „E-mail für japanische Gespenster“
Leseprobe:
„Der Schriftkörper eines Ideogramms ist nicht rätselhaft, denn er zeigt, was er bedeutet. Mein Blick bleibt bei den einzelnen Buchstaben stehen als wären sie Gemälde... Ich nehme ein japanisches Schriftzeichen als Bild wahr. Dagegen ist jeder Buchstabe des Alphabets mir ein Rätsel. Was will zum Beispiel ein A mir sagen? Je länger ich einen Buchstaben anblicke, desto lebendiger und rätselhafter wird er... Es kann gefährlich sein, einen Buchstaben in die Welt zu setzen, denn der Autor oder genauer gesagt der Setzer kann nicht wissen, was aus ihm wird. Man schreibt ein B, es kann eine Blume daraus werden aber auch eine Bombe... Andererseits ist es aber eine Täuschung zu glauben, ich hätte die Ideogramme im Griff. Der Ursprungsmythos über die chinesische Schrift erzählt von Ungewißheit. Dort heißt es, daß der Erfinder der ersten Ideogramme von den Fußspuren der Vögel inspiriert wurde... Einerseits erweckt diese alte Schrift bei mir Vertrauen. Einige ihrer Zeichen ähneln den Zeichen, die heute noch verwendet werden. Die Zeichen für Beine Muschel oder Schiff kann ich sogar erkennen. Andererseits muß ich immer an die Fußspuren der Vögel denken. Sie entstammen nicht dem menschlichen Denken und bleiben für immer unzugänglich.“ (aus der zweiten Vorlesung)
Pressestimmen:
„Als diskrete postmoderne Schamanin der dichterischen Rede und hellhörige Philologin (im Sinne der Romantik) bereichert sie ihre Leser und Hörer mit Texten, die die Gabe des doppelten Blicks spiegeln...“ (Jürgen Wertheimer)
„Zu ihren Vorlesungen waren mehr als 500 Zuhörer gekommen, der kleine Hörsaal quoll beinahe über, so dass der Vortrag in den Nachbarsaal übertragen wurde... Sie hielt eine poetische Rede voll Anschaulichkeit und Gleichnishaftigkeit...“ (Schwäbisches Tagblatt)
1996, 5. Aufl. 2000, 148 Seiten, frz.Br., € 10,50, ISBN 3-88769-096-6.
„Das Interessante liegt im Zwischen“, sagte Yoko Tawada in einem Interview. Zwischen den Worten, zwischen den Menschen, zwischen den Kulturen.
Kleine detailgenaue Beobachtungen aus dem europäischen und japanischen Alltag, von Frauen und Ohrringen, Bleistiften, Bürogegenständen, Holz und anderem... "Wie eine Ethnologin betritt sie ein fremdes Land" (FAZ) und sieht alles mit absichtlich naiven Augen, als hätte sie noch nie etwas von diesem Land und seinen Gebräuchen gehört.
Aus dem Inhalt: Von der
Muttersprache zur Sprachmutter - Erzähler ohne Seelen - Ein deutsches
Rätsel - Das Fremde aus der Dose - "Eigentlich darf man es niemandem
sagen, aber Europa gibt es nicht" - Talisman - Lektüre in einer
S-Bahn - Die Mineralogie der
Liebe - Notizen auf den Lofoten - Im Bauch des Bergs - Sieben Geschichten der
sieben Mütter - Sonntag, der Tag der Ruhe, der Tag der Kühe - Der
Klang der Geister - Das Tor des Übersetzers oder Celan liest Japanisch -
Über das Holz - Buch im Buch: Das Wörterbuchdorf. Japanisch-Deutsch.
Leseprobe:
„Eines Tages hörte ich, wie eine Mitarbeiterin über ihren Bleistift schimpfte. ‚Der blöde Bleistift. Der spinnt...‘ Jedesmal, wenn sie ihn anspitzte und versuchte mit ihm zu schreiben, brach die Bleistiftmine ab. In der japanischen Sprache kann man einen Bleistift nicht auf diese Weise personifizieren. Der Bleistift kann weder blöd sein noch spinnen. In Japan habe ich noch nie gehört, daß ein Mensch über seinen Bleistift schimpft als wäre er eine Person. Das ist der deutsche Animismus, dachte ich mir. Zuerst war ich nicht sicher, ob die Frau ihre Wut scherzhaft übertrieb oder ob sie wirklich so wütend war, wie sie aussah. Das war für mich nicht vorstellbar, ein so starkes Gefühl für einen so kleinen Gegenstand empfinden zu können... Die Frau schien aber ihre Worte nicht als Scherz gemeint zu haben. Mit einem ernsthaften Gesicht warf sie den Bleistift in den Papierkorb und nahm einen neuen. Der Bleistift, der im Papierkorb lag, kam mir plötzlich merkwürdig lebendig vor.
Das war die deutsche Sprache, die der für mich fremden Beziehung zwischen diesem Bleistift und der Frau zugrunde lag. Der Bleistift hatte in dieser Sprache die Möglichkeit, der Frau Widerstand zu leisten... Jeder Mensch wird verzweifelt, wenn er plötzlich nicht weiterschreiben kann - Er muß dann seine Position als Schreibender wiederherstellen, indem er über sein stummes Schreibzeug schimpft. Leider handelt es sich hier nicht um einen Animismus. Trotzdem kam mir der Bleistift lebendig vor, als die Frau über ihn schimpfte.
Außerdem kam er mir männlich vor, weil er der Bleistift hieß. In der japanischen Sprache sind alle Wörter geschlechtslos. Die Substantive lassen sich zwar in Gruppen einteilen, es gibt z.B. eine Gruppe der flachen Gegenstände oder der runden. Es gibt natürlich auch die Gruppe der Menschen. Männer und Frauen gehören zusammen dahin. Grammatikalisch gesehen ist im Japanischen nicht einmal ein Mann männlich...
Es machte mir viel Mühe, das grammatikalische Geschlecht eines Wortes zu lernen. Es gab einen Vergleich, an dem ich mich damals zu orientieren versuchte. Wenn ich eine Menschengestalt sehe, nehme ich als erstes wahr, ob es eine Frau oder ein Mann ist. Auch bei dem Gedanken, diese Unterscheidung sei für mich vollkommen bedeutungslos, könnte ich keinen Menschen wahrnehmen, ohne sein Geschlecht wenigstens zu beachten...
Ich sollte wahrscheinlich die Gegenstände genauso wahrnehmen, dachte ich mir damals...
Das kleine Reich auf dem Schreibtisch wurde langsam sexualisiert, der Bleistift, der Kugelschreiber... es gab auch ein weibliches Wesen auf dem Schreibtisch: eine Schreibmaschine... Ihr Angebot änderte zwar nichts an der Tatsache, daß Deutsch nicht meine Muttersprache ist, aber dafür bekam ich eine neue Sprachmutter...
Die zweite Figur, die mir damals stark auffiel, war ‚Es‘. Man sagte: ‚Es regnet‘, ‚Es geht mir nicht gut‘... Im Lehrbuch stand, daß dieses ‚Es‘ gar nichts bedeute. Das Wort fülle nur die grammatikalische Lücke. Ohne ‚Es‘ würde das Subjekt fehlen, und es ginge auf keinen Fall, denn das Subjekt müsse sein. Ich sah es aber nicht ein, daß ein Satz ein Subjekt haben müsse. Außerdem glaubte ich nicht, daß das Wort ‚es‘ keine Bedeutung hatte. In dem Moment, in dem man sagte, ‚Es regnet, entsteht ein Es, das das Wasser vom Himmel gießt. Wenn es einem gut geht, gibt es ein ‚Es‘, das dazu beigetragen hat. Dennoch schenkte ihm keiner Aufmerksamkeit... Es lebte bescheiden in einer grammatikalischen Lücke.
Was mir im Reich des Schreibzeugs besonders gut gefiel, war der Heftklammerentferner. Sein wunderbarer Name verkörperte meine Sehnsucht nach einer fremden Sprache... In der Muttersprache sind die Worte den Menschen angeheftet, so daß man selten spielerische Freude an der Sprache empfinden kann. Dort klammern sich die Gedanken so fest an die Worte, daß weder die einen noch die anderen frei fliegen können. In einer Fremdsprache hat man immer so etwas wie einen Heftklammerentferner: er entfernt alles, was sich aneinanderheftet und festklammert.“
Pressestimmen:
„... reflektiert eine Gegenwelt. Da geht es um Eigentümlichkeiten der Sprache, die von einer eigenartigen Beziehung zur Sache erzählen, um das deutsche Rätsel, das Rothenburg ob der Tauber heißt... Am Ende hört man plötzlich wieder auf den Klang bestimmter Wörter, sieht das, was man schon lange nicht mehr ansah, mit neuen Augen...“ (Die Welt)
„Sie ist ein literarischer Glücksfall... fast alle Texte berühren die Kluft oder auch den Brückenschlag zwischen Ostasien und hier und leben aus dem Augenaufschlag über eine fremd-befremdliche Welt... weiter leuchten poetologische Positionen der literarischen Moderne - was einen eigenen hintergründigen Lesereiz abgibt.“ (Frankfurter Rundschau)
„Wir müssen Yoko Tawada dafür danken, daß sie uns zeigt, wie kurios alles ist, daß sie uns zeigt, mit Kinderaugen zu staunen.“ (Adolf Muschg)
„Es ist ein Buch aus dem
Niemandsland, da, wo kein Wort und kein Name und kein Zeichen mehr etwas
bedeutet, sondern wo alles in Frage gestellt ist, und wo nur das Empfinden, das
Erfahren, das Sprechen selber zählt. Und dann wird dieser kleine Band
plötzlich so etwas wie ein Modell von utopischem Erzählen und von
utopischem Reisen. Und weil es schönere Bücher gar nicht geben kann,
halte ich meinen imaginären Hut ganz weit ausgestreckt, fast auf dem
Boden, und freue mich, am Ende dieser Flugreise von Berlin nach Los Angeles,
auf all das, was ich bald, durch dieses Buch, anders werde sehen
können.“ (Wim
Wenders)
Nur da wo du bist da ist nichts
Prosaerzählung und Gedichte, japanisch und deutsch, mit einer Schablone, um Gedichte zu variieren, und farbigen Zwischenblättern, 4. Aufl. 1998, € 12,90, ISBN 3-88769-030-3.
Die Autorin bewegt sich in einer poetischen Zwischenwelt, die zugleich ganz real und alltäglich ist. Ihr Prosatext, Bilderrätsel ohne Bilder, handelt von einer Bücherliebhaberin, die ein Puppentheater und eine Bücherausstellung besucht. Während sie über die Ausstellung - mit transparenten Bilderbüchern, duftenden Büchern und anderen Lustobjekten für Bücherfans - schlendert, verwickelt sie sich zwischen Erinnerungen und Träumen in seltsame, auch erotische Begegnungen mit Puppen, mit K, mit Marianne und mit Eva.
Leseprobe:
„K hatte traurige Ohren. Wenn ich ihm im italienischen Restaurant oder in der Badewanne gegenüber saß oder im Auto an seiner Seite, mußte ich immer seine Ohren anschauen; sie waren wie offene im Regen naß gewordene Bücher. K fragte: ‚Wohin schaust du schon wieder? Du siehst mir nie in die Augen‘, und wartete auf meine Antwort. ‚Was ist bloß los mit dir. Als hättest du irgendein Geheimnis‘. Als er das sagte, konnte ich nicht umhin, ihm mein Geheimnis zu erzählen. ‚Als ich in der Oberschule war, hat mich die Frau vom Kiosk einmal geküßt.‘ K starrte mich erschrocken an, brachte sein Gesicht aber wieder unter Kontrolle und sagte drohend: ‚Weiche nicht aus. Ich hatte davon geredet, daß du mir nie in die Augen schaust...‘
Das chinesische Schriftzeichen für Körper setzt sich zusammen aus den Zeichen für ‚Mensch‘ und ‚Buch‘. Heißt das, daß der Körper ein Buch ist, das so tut als wäre es ein Mensch? Wenn K mich berührte, wollte ich einfach nur weglaufen. Um dieses Bedürfnis zu unterdrücken, versuchte ich dann immer, mich an irgend etwas zu erinnern. Warum ich sein schön geformtes Kinn, seine Schultern, die wie die Gelenke von Flügeln aussahen, das neue Auto, das sich wie Seide anfühlte, einmal begehrte, das weiß ich nicht mehr. Meine Erinnerung ist zerrissen wie ein Stück Papier. Oder habe ich einen Körper begehrt, der dem meinen ganz gleich war? Ein Buch, das so tut, als ob es ein Mensch wäre? Ein Buch, das nur wenn jemand in ihm blättert, in der Welt ist? ‚Warum sagst du nicht klar und deutlich, wenn du mich nicht mehr magst‘, flüsterte K und sah dabei aus wie ein Buchbinder, kurz vor dem Auslieferungstermin...
Eva lachte, als ich einmal sagte, ‚Ich sollte auch einen orangefarbenen Lippenstift benutzen. Dann würde ich vielleicht genauso viel Spaß am Plaudern finden wie du‘ - Sie lachte, rieb mit dem Finger ein wenig Orange von ihren Lippen und strich es auf meine. Damals besuchte mich Evas Finger zum dritten Mal...‘“ (aus ‚Bilderrätsel ohne Bilder‘)
Pressestimmen:
„Sozusagen im Kopfstand, nimmt sie mindestens 120 Dinge gleichzeitig wahr. Yoko Tawadas Texte entfalten ihre Magie nicht nur als brillantes Feuerwerk poetischer Einfälle. Mit überraschenden Fügungen, überscharfer Beobachtung entsprungen, stellen sie die groteske Realität bloß.“ (Die Welt)
„Yoko Tawadas Gedichte und ihre Prosa folgen den Bildern im Kopf, zerlegen sie behutsam oder beschleunigen sie bis zur Euphorie, zum Schwindel, zum orgiastischen Taumel.“ (SZENE Hamburg)
Roman, 3. Aufl. 1996, € 10,50, ISBN 3-88769-041-9.
Eine Frau sitzt vor dem Spiegel und vergleicht ihr Bild mit einem Portraitphoto, eventuelle Differenzen werden durch Schminke korrigiert. Sie entdeckt Schuppen auf ihrer Haut, steigt ins Bad, gelangt als Schuppenfrau durch verschiedene traumartige und alltägliche Sequenzen – als Dolmetscherin, als Fotomodell. Dabei verliert sie ihre Zunge und wird durchsichtig. Diese Suche nach der Identität des Weiblichen wird durch die Ausstattung des Buches vervollkommnet: Auf jeder Seite zeigt sich schemenhaft ein weibliche Akt hinter der Schrift.
Leseprobe:
„‚Bist Du es‘, fragte die Stimme eines Mannes, die ich noch nie gehört hatte. Ich dachte kurz nach und antwortete: ‚Nein.‘ ‚Wenn nicht du es bist, wer bist du dann?‘ Stumm legte ich den Hörer wieder auf. Mit der Spitze der großen Zehe meines rechten Fußes voran stieg ich langsam in das heiße Wasser. Wenn ich es nicht in Bewegung bringe, kann ich es ertragen, so heiß es auch sein mag. Bei geschlossenen Augen und mit angehaltenem Atem versenkte ich meinen Körper bis über den Kopf in der langen Badewanne. Ich öffnete die Augen. Das Wasser zitterte wie durchsichtiges Feuer... Wieder klingelte das Telefon. Ich nahm den Hörer ab und schwieg. Eine Stimme, die mir vertraut war, sagte ‚Hallo, ich bin's‘. Ich fragte, obwohl ich wußte, wer es war: ‚Wer ist da?‘ ‚Ich bin's!‘...“
Pressestimmen:
„Das Bad ist eine ausgereifte spannende Erzählung, die auch den psychischen Schlauch des Lesers entmantelt. Ein gigantisches kleines Ding.“ (TAZ)
„Ein zauberhaftes Metamorphosenwerk zum Thema Weiblichkeit... Das Buch ist wie schon ihr Erstling äußerst liebevoll ausgestattet, wie aus dem Dampf eines türkischen Bades tauchen hinter den Buchstaben die Umrisse badender Frauen auf.“ (Stuttgarter Zeitung)
„Eine Körperstudie mit Horrortouch, zehn surreale Tagträume, die durch frühzeitiges Ausblenden verrückte Hörspiele im Kopf auslösen...“ (ran)
„Eine Mädchenfrau. Abenteuer um eine Zunge.
Eine flirrige Delikatesse.
(Süddeutsche
Zeitung)
„Entwirft - ausgehend von der allmorgendlichen Verunsicherung durch ein verändertes Gesicht im Spiegel, die schwierige Beziehung einer Tochter zu ihrer Mutter...“ (FAZ)
Wo Europa anfängt
Prosa und Lyrik, Lyrik zweisprachig, mit transparenten Bildern, 3. Aufl. 1997, € 10,50,
ISBN 3-88769-054-0.
„Reisen hieß für meine Großmutter, fremdes Wasser zu trinken. Andere Orte, anderes Wasser...“ – „Das Debüt der Autorin in deutscher Sprache, ein glänzender Auftritt“ (Basler Zeitung) ist eine Sammlung von Lyrik- und Prosatexten, die sich um das Thema des Reisens ranken, von Ost nach West, von Japan über Sibirien nach Moskau, und von West, Deutschland, nach Ost, Deutschland... Als Pendlerin zwischen diesen beiden Polen ist für die Autorin das Unterwegssein entscheidender als die Ankunft. Es geht um Distanz und Nähe in der Sprache und zwischen Menschen überhaupt, so dass die Reise oft durch traumhaftes Gelände führt.
Pressestimmen:
„Eine Transitreise, die aus der magisch-animistischen Vorzeit in die Zukunft geführt hat, aus der Heimat in die Fremde, aus der Kindheit in das erwachsene Leben, aus dem ererbten politischen Traum in die Realität. Unterwegs ist ein altes Ich regelrecht zerbrochen. Aber das ist in der Welt Yoko Tawadas ein Augenblick des Lebens.“
(Sibylle Cramer, Süddeutsche Zeitung)
„... ihre Kunst, Bedeutungsgewichte leicht unterzubringen, im feinen Zwielicht von kahler Alltagsrede, Liebeslied und Märchenton...“ (Basler Zeitung)
Ein Gast
Roman, mit Bildern, 2. Aufl. 1995, € 10,50, ISBN 3-88769-069-6.
Eine Japanerin kauft sich ein Buch, das sich als Kassette entpuppt. Daraus entwickelt sich ein psychischer Abenteuerroman um eine Stimme... Ein Psychologe, ein Student, Freundinnen tauchen auf, verwickeln sich in diese aufregende Geschichte...
Pressestimmen:
„Yoko Tawada ist mit ihrer ebenso abgründigen wie leichtfüßigen, fein verästelt aufgebauten, symbolisch aber nie überladenen kleinen Erzählung ein literarisch faszinierender Schritt auf den Kontinent neuer Wahrnehmungs-, Fühl- und Denkweisen gelungen.“ (WoZ)
Die Kranichmaske, die bei Nacht strahlt
Theaterstück, Neufassung 1995, € 6,90, vergriffen. Erscheint wieder in einem Sammelband mit Theaterstücken 2002/2003.
Um eine Tote versammeln sich Verwandte und Bekannte. Bizarre Phantasmen, Wünsche, Projektionen, unerfüllte Hoffnungen und geheime Rachsüchte kommen zum Vorschein. Alles zerfällt und verwandelt sich, eine Tauchfahrt in die Unterwelt.
Pressestimmen:
„Bildreiches Sprechen voller Symbole wechselt darin mit stumpfen Alltagsfloskeln. Ein verrätseltes Drama, geheimnisvoll und fremdartig. Über Eros und Sprache und das Leben zwischen zwei Kulturen... eine faszinierende Alternative zu dem mehr und mehr in Selbstbefriedigung versinkenden deutschsprachigen Bühnenalltag...“ (Die Welt)
„Grandioses poetisch vielfältiges Stück - und komisch.“ (taz)
1994, gebunden, mit einigen Illustrationen, 2. Aufl. 1996, € 15,50, ISBN 3-88769-082-6.
Berichte aus der unheimlichen Welt der Begegnung der Geschlechter, mit der Natur, zwischen den Kulturen. Die Geschichten spielen in großen Städten...
Fersenlos: Eine Frau reist in eine große Stadt, weil sie dort heiratet. Sie lebt in einem Haus und findet ihren Mann nicht, nur Spuren eines fremden Wesens... Sie stolpert von Beginn an über unheimliche Kleinigkeiten, wundert sich, daß die Straßen so leer sind, und es nicht nach Essen riecht, obwohl es Speisekarten gibt...
Hundebräutigam: eine aufregende Liebesgeschichte zwischen einer Lehrerin und einem Tiermenschen, für die Yoko Tawada den angesehensten japanischen Literaturpreis Akutagawa-Sho erhielt.
Der Faltenmann vom Sumidafluß: In diesen Stadtteil geht man nicht, heißt es. Dennoch kann sich die Frau nicht zurückhalten, die Brücke zu überqueren. Enge Gassen, der Stadtteil ein Gesicht voller Falten, die Frau verirrt sich, Männer stehen an den Straßen...
Pressestimmen:
„... die spannenden Erzählungen spielen in Japan und in Deutschland, in zwei Ländern, die ‚Zwischenreiche‘ sind, in denen es nichts ‚Normales‘ gibt, in denen alles rätselhaft, anders ist.“ (Die Zeit)
„... Tawadas Geschichten sind auch imaginäre Reisen in eine andere erotische Welt... Anleitung für das Eintauchen in den Sprachstrom, in dem das Unerwartete Bedeutung gewinnt und Bedeutung sich verflüssigt, bietet das schön aufgemachte Buch bereits optisch: Der Text gleitet die Seiten hoch und runter, reist man lesend als Tintenfisch, kommt einem das Erzählte ganz natürlich vor...“ (taz)
Poetische Prosa, Traumtexte, Gedichte, 112 Seiten, frz.Br., € 10,50, 1997,
ISBN 3-88769-109-1.
Verwandlungen spielen eine große Rolle in Yoko Tawadas lyrischen Texten, unheimliche seltsame verzaubernde Verwandlungen, in denen wir uns staunend verlieren. Eine Berührung ergibt ein Bild und dieses wieder ein anderes - einer geheimnisvollen und dennoch unwiderstehlichen Logik folgend. Körper, Städte, technische Gegenstände, Pflanzen werden gleichermaßen lebendig in ihren Texten...
Aus dem Inhalt: Der Brunnen ohne Vater - Umzug - O Adana o Istanbul - Dialektüre - Kriminologie -Spiegelbild - Der Hafenpilz - Die Rosinenaugen - Ein Füllfederhalter ohne Herstellungsdatum - Die Orangerie - Hong Kong 1996 - Klug - Das Restaurant mit dem Vogelnamen - Ich wollte keine Brücke schlagen - Ges-ICH-ter - Feiern können wir auch morgen - Aber die Mandarinen müssen heute abend noch geraubt werden
Leseprobe:
„Seitdem ich auf dieser Welt geboren bin, habe ich niemals mein Gesicht von außen gesehen. Kein Spiegel zeigt mir, wie ich im Gespräch mit einer anderen Person aussehe. Oft sehe ich im Gesicht der anderen rätselhafte Züge. Sie faszinieren mich und ich widerspiegele sie auf meinem Gesicht. Mein Gesicht ist ein Skizzenbuch. Die Person, die mit mir spricht, entdeckt in meinem Gesicht Zeichnungen der eigenen Gesichtszüge und steigt in sie ein, so wie man in einen Fernzug steigt.
Ich weiß nicht wie ich von außen aussehe. Von innen aber habe ich mein Gesicht schon oft gesehen: eine schattige Landschaft mit einem sumpfigen Wald und zwei gefrorenen Seen. Außerdem gibt es dort eine Tropfsteinhöhle und zwei Tunnel mit Muscheln im Netz. Ich trete in diese Landschaft ein und verlaufe mich.
Ich kann nicht das Gesicht jener Frau von innen sehen. So werde ich zu einem Wind und streichele die Oberfläche ihres Gesichtes. Ihr Gesicht ist eine menschenlose Landschaft. Der Wind liest die Blindenschrift, die auf dem Feld geschrieben ist. In dem Moment werden zwei Seen auf dem Feld sichtbar. Tasten ist Sehen ohne Distanz. Wenn es weht, rauschen blonde Gräser und graublaues Wasser.
Pressestimmen:
„Ebenso spielerisch wie präzise ihre Lyrik, anregend ihre seltsame Mischform aus Essay und Erzählung. Hier gibt es tatsächlich noch etwas zu entdecken...“
(Neue Presse Hannover)
Theaterstück, Br., 1997, € 6,90, ISBN 3-88769-115-6.
Eine Frau, die neun Monate schreibt, um später ihr Manuskript verbrennen zu können, ein Mädchen, das kommt und geht wie der Wind, eine putzwütige Schwägerin und ein Dichter, der lieber liest als schreibt... Diese Wesen sind zusammengeworfen in einem seltsamen Haus. Um das Haus herum bewegen sich die Äste der Bäume wie menschliche Hände. Das Mädchen spricht nur einzelne Sätze nach, ißt unentwegt Eierfrüchte und beißt. Und es schreibt, was die Frau schreibt, aber viel schöner. Die anderen unterhalten sich schwebend, wie im Traum. Über Alltägliches, über den Mann der Frau, der auf einer Insel lebt, über das Schreiben. So plötzlich, wie wir in dieses Haus hineingeworfen werden, so plötzlich werden wir wieder hinauskatapultiert, nur die Frau bleibt zurück.
Dazwischen brechen andere Welten kurz in das Haus ein, verschwinden wieder, die Welt der Nachrichten, die Welt der Natur, und der Wind singt, ein Chor.
Existentielle weibliche Abgründe, Ängste, Gegenwelten, über die wir endlos nachdenken können, über die wir überraschend lachen.
Szenische Dichtung um Mythen und Märchen zwischen Europa und Asien.
Orpheus oder Izanagi: Ein wunderbares Vexierspiel zwischen Inake und Ogi, zwischen dem Weiblichen und dem Männlichen, eine poetische und zugleich aktuelle Wiederaufnahme der Geschichte des Sängers Orpheus, der seine Frau dem Reich der Toten entreißen möchte...
In dem Theaterstück TILL treten drei japanische Touristen in die mittelalterliche Welt des Till Eulenspiegel ein... Die japanischen Touristen verstehen kein Deutsch und geraten in groteske Situationen...
Pressestimmen:
„Das erfrischendste, das, bei dem das Publikum am meisten lachte, war Yoko Tawadas ‚Orpheus und Izanagi‘.“ (FR, über die Hörspieltage Berlin)
Ca. 180 Seiten, mit Abbildungen, 2000, € 15,50, ISBN 3-88769-157-1.
Spielzeug hat in der Literaturwissenschaft kaum eine Rolle gespielt. Eine kindliche Sphäre umgibt das Wort, ein beachtetes literarisches Sujet sind allenfalls Puppen. Der Autorin geht es um die Magie von literarischen Texten – und in diesem Zusammenhang bekommen Spielzeug und Spiele aufregend andere Bedeutungen als die pädagogischen Zwecke, die ihnen in unserer Kultur zugeschrieben werden.
Für weitere Informationen:
Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke
Marion Malinowski
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