Pressestimmen zu "Wahrheit oder Pflicht"

„Wer Katja Schnerwik ist? Die Heldin von „Wahrheit oder Pflicht" einem Pubertätsroman der Berliner Schriftstellerin Regina Nössler. Katja übersteht ihre Irrungen und Wirrungen dank einer gekrümmten Körperhaltung und eines tief ins Gesicht reichenden Ponys, damit niemand von ihr Notiz nimmt. Doch es hilft nichts. ... Die Entwicklungsgeschichte einer Hertener Schülerin gewinnt eine Größe, von der sie niemals zu träumen gewagt hätte..." (Die Welt)

„Von Pubertätstagebüchern kann man nur hoffen, daß man sie rechtzeitig verbrannt hat. Ebenso wie von Fotos aus dieser Zeit, mit denen Wahrheit oder Pflicht reich bebildert ist. Die Musik, mit der sich Katja über die Zeit rettet, klingt LeserInnen einschlägigen Alters vermutlich auch noch in den Ohren. Man muß dem konkursbuchverlag dankbar sein, daß sie keine Duftproben damals verbreiteter Deodorants beigefügt hat, sonst müßte die Leserin mit allen Sinnen unter einer Begegnung mit Katja Schnerwik und damit mit dem eigenen pubertären Selbst leiden. Gegen die Obsession mit Sabine hilft Katja nur eine Verlagerung derselben auf die Lehrerin. Gegen Reifedefizite mangels Erfahrung eine Art Laborexperiment mit einem total zärtlichen Karl-Manfred. Gegen die Pubertät selbst hilft nur der Zeitablauf." (Lespress)

„Dieses Buch enthält soviel Wahrheit, daß es Pflicht sein sollte. Ein Juwel ist diese Aufarbeitung einer Kleinstadtpubertät vor allem für die, die bei der Mannschaftswahl im Sport immer Vorletzte waren und bei den Erzählungen über Liebesabenteuer der Klassenkameraden aus mangelnder Erfahrung schamhaft schweigen (oder lügen) mußten."(Fritz)

„Nössler macht Schluss mit der Verklärung einer Lebenszeit, die von den meisten Mädchen wohl eher schmerzvoll durchlitten als lustvoll gestaltet wurde. Die Autorin beschreibt erste sexuelle Erfahrungen, nagenden Liebeskummer und das überwältigende Gefühl der Einsamkeit. Sie tut dies absichtsvoll ironisch und äußerst pointenreich." (Neue Westfälische 10/2000)

„Umwerfend witzig: Regina Nössler, die hier bereits ihren dritten Roman vorlegt, ist eine wunderbare Schriftstellerin. Leichtfüßig, tabulos und mit einem unglaublichen Blick für Situationskomik begleitet sie ihre Heldin Katja durch ihre Pubertät. Da wird nichts ausgelassen. Weder die Beschämung über die falschen Unterhosen, die Katja von ihrer Mutter aufs Bett gelegt werden. Noch der süße Ekel über die feuchten Hemden jenes Mannes, der beim Tanzen seinen Unterkörper gegen Katja preßt. (Nicole Müller, Das Magazin (NZZ),Tagesanzeiger und Berner Zeitung)

„Pubertät. Was für ein schreckliches Wort. Irgendwie ekelhaft..." Beschränkt scheint der Horizont über dem kleinstädtischen Herten und allen Tagen, die Katja in ihrer Vierzehnjährigkeit festhalten. Es ist das Jahr 1978 und alles ist schrecklich. Die Schule und die Panik vor mehr als einer Person reden zu müssen. Auch der Körper mit seinen verwirrenden Veränderungen verrät Katja an die Sichtbarkeit. ( . . . ) Regina Nössler taucht einfühlsam in die turbulenten Innenlandschaften ihrer Heldin... Mit behutsamer Genauigkeit und oft auch mit grimmigem Humor schildert die Schriftstellerin den Prozeß einer Selbstfindung. ( . . . ) „Wahrheit oder Pflicht" liest sich als ironische „Kleinstadtnovelle" aus weiblicher Sicht, als sensible Studie der Pubertät(. . . ) Die Geschichte wird illustriert von alten, vergilbten Mädchenfotos, die die Atmosphäre jener frühen Jahre einfangen, mit unseren Erinnerungen, in denen wir auf uns selbst zurückschauen. Herten ist überall. (Siegessäule, 12/98)

„. . .Täglich wird in einer Mischung aus Faszination und Ekel und dem zarten Keim von Selbstliebe der Badezimmerspiegel zum Thema „Brüste" befragt. . . . Ein Pubertätsroman, einer der besten..." (WeiberDiwan, Winter 1998)

„...Zur gleichen Zeit wächst in Kalifornien die Bestsellerautorin Naomi Wolf auf und schlägt sich in etwa mit den gleichen Problemen rum. Während aber Regina Nössler aus Katja aus Herten eine Romanheldin macht und so das Pubertätsdrama prototypisch in Szene setzt, berichtet uns Naomi Wolf in Form eines Sachbuches „Vom Ende der Unschuld" (...). Der wesentliche Unterschied, der dafür verantwortlich ist, daß man sich bei Wolf schnell langweilt, bei Nössler hingegen köstlich amüsiert ..Hüben Partykeller, Flaschendrehen, Engtanz. Soziale Orte und Rituale, deren sichere Durchquerung und Beherrschung ausschlaggebend für das Selbstwertgefühl bundesrepublikanischer Teenager ist. Wir erinnern uns nur allzu gut an Clearasil, Badekappen und Schülerzeitungsredaktionssitzungen. ..." ( Die Welt)